Warum man mehr als ein Web-Analytics-Tool braucht

Eine sehr wertvolle Diskussion stieß Eric Peterson kürzlich in seinem Blog “Web Analytics Demystified” mit dem Beitrag “The Coming Bifurcation in Web Analytics Tools” an. Er berichtet, dass in den USA immer mehr Unternehmen ihre kostenpflichtigen Webanalyse-Tools durch kostenlose Tools wie Google Analytics  ersetzen würden. (Dies schildert Peterson im Übrigen auf extrem vorsichtige Weise, mit jeder Menge Konjunktiv und Vorab-Beschwichtigungen - wohl, um niemandem zu nahe zu treten)

Einen der Gründe haben sich die Hersteller kostenpflichtiger Tools wohl selbst eingebrockt, so Peterson: “It turns out there are limits to the amount your average business user is willing to invest in learning web analytics tools.” Es scheint, als hätten die Hersteller von Highend-Systemen bei der Entwicklung immer besserer Tools die Aufnahmefähigkeit des durchschnittlichen Anwenders vergessen.

Heute gibt es zahlreiche leistungsstarke Systeme - die aber vielen Unternehmen und Usern zu unverständlich und kompliziert vorkommen. Google Analytics hingegen wird geschätzt, weil es aufgeräumt und schlank wirkt, seine Analysen besonders leicht verständlich. Dazu kommt, dass sich Google Analytics in den vergangenen Jahren gut entwickelt hat (und, so unsere Einschätzung, mit einigen kostenpflichtigen Tools durchaus konkurrieren kann).

Aber, mal ehrlich: Wenn es um eine umfassende Webanalyse geht, die alle Online-Geschäftsbereiche eines Unternehmens abdecken und zum Beispiel mit BI und CRM verknüpft werden soll, kann Google Analytics nicht die einzige oder erste Wahl sein.

Was tun? Halten wir fest: Manche User kommen mit Highend-Tools nicht zurecht und hätten gerne verständlichere WA-Tools und Reports. Die Unternehmen wiederum brauchen mächtige Web-Analytics-Systeme für ihr Business.

Peterson findet an einer Konstellation Gefallen, die auch wir sympathisch finden: Warum nicht beides einsetzen? Dann könnte man einerseits Mitarbeiter, die keine tief gehenden Datenanalysen für ihre tägliche Arbeit benötigen, mit einfachen Tools wie zum Beipiel Google Analytics versorgen. Und die Web-Analytics-Profis im Unternehmen könnten sich den umfangreichen Analysen anhand eines Highend-Systems widmen.

Peterson führt ebenfalls aus, dass die Gründe für diese “Zweiteilung” der Web Analytics im Wesentlichen in dem sehr unterschiedlichen Ausbildungs- und Kenntnisstand der Mitarbeiter liegen. Dies deckt sich ganz klar mit unseren Erfahrungen mit vielen unserer Kunden: Sofern ein Unternehmen denn überhaupt ein Team oder Verantwortliche für die Analyse einsetzt, so hat dieses Team grundsätzlich zwei wesentliche Herausforderungen:

  1. Kenntnisse in der Analyse von großen Datenbeständen und insbesondere von Web-Analytics-Daten
  2. Bedienung des eingesetzten Web-Analytics-Tools

Hersteller dieser Tools sind eher darauf konzentriert, beide Bereiche oben in ihren Trainings gezielt miteinander zu verknüpfen, da so natürlich der “hook in” beim Kunden viel größer ist. Anwenderunternehmen haben derzeit noch Schwierigkeiten zu verstehen, das man sowohl theoretische Grundlagen und Methodenkenntnisse als auch Softwarebedienfähigkeiten besitzen muss und verfallen immer wieder dem Fehler, nur die Bedienung eines Tools zu trainieren, ohne dass den Mitarbeitern die Grundlagen nahe gebracht werden. Merke: Auch wenn ich Microsoft Word perfekt bedienen kann, bin ich deswegen noch lange nicht der nächste Dan Brown.

Der Einsatz eines einfachen Tools kann das Dilemma etwas abmildern. Dadurch, dass Anwender nicht durch komplexe Bedienfunktionen “abgelenkt” werden, können sie sich mit der Methodik und den theoretischen Grundlagen vertraut machen und wachsen somit in die Webanalyse hinein. Der Appetit kommt beim Essen und irgendwann wird der Anspruch nach höherwertigen Analysen wachsen - die Zeit ist dann reif für das Profi-Tool.

Das Wichtigste aber: Dadurch, dass jeder auf diese Weise nur Reports bekommt, die er für seine Arbeit braucht (und nicht mehr!), steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er sie tatsächlich liest und für seine Arbeit nutzt.

Google Analytics plus Highend-Tool - You get the best of both worlds“, so Peterson. Noch vor kurzem wäre so ein Vorschlag mit einem müden Lächeln quittiert worden. Wir meinen: Heute hat er seine Berechtigung. Was meinen Sie?


am 5. März 2010 unter Analytics
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WebTrends launcht neue “On Demand Analytics”-Version

Am Wochenende vom 7./8. März hat WebTrends, nach eigenen Angaben Marktführer für Webanalyse- und Online-Marketing-Lösungen, die Version 8.7 seiner “On Demand” Analytics-Lösung freigeschaltet. Sie ist für “Software as a Service (SaaS)”-Kunden und verfügt über eine Reihe neuer und erweiterter Funktionen, zum Beispiel bessere Report-Funktionen (etwa für mobile Devices).

Aufgefallen ist uns die Anmerkung in der “Release Note”, dass man mit der neuen Version wesentlich besser definieren könne, welche “Hits” als “PageViews” gezählt werden könnten. Wie kommt WebTrends auf die Idee, mit “Hits” Werbung zu machen? Dem Unternehmen ist bestimmt klar, dass die Metrik “Hits” - einzelne Anfragen an einen Webserver - für die Web Analyse völlig irrelevant ist.  Diese Funktion soll man neuerdings “leicht auswählen” können - war das vorher schwierig? Und: Wieso sollte man sie überhaupt auswählen?

Dass Webtrends von “Hits” spricht, ist für uns ein Hinweis darauf, dass das Unternehmen mit der neuen Version nach wie vor primär die Techniker unter den Web Analysten sowie IT-Kunden adressiert - und weniger die Experten aus dem Marketing. Die Einheit “Hit” wird nur noch von sogenannten “Logfile-Analyse-Tools”  verwendet - und die wiederum nur von Techies. Genau genommen ist WebTrends immer noch ein “Log Analyzer”, wenn auch hoch spezialisiert und seit 2 Versionen auch mit clientseitiger Messung.


am 12. März 2009 unter Analytics
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Webtrekk gehört ab sofort zu unseren Partnern

Wir begrüßen Webtrekk als weiteren Technologiepartner, mit dem wir künftig eng zusammenarbeiten werden. Gemeinsam werden die Berliner und wir maßgeschneiderte Web-Analytics-Lösungen für unsere Kunden entwickeln. Der Erste, der von der neuen Partnerschaft profitieren wird, ist die Stiftung Warentest. Mit Webtrekk vergrößert sich unser Partnerpool: Wir arbeiten bereits zusammen mit Omniture, Coremetrics, IndexTools sowie SHS VIVEON und Ideal Observer. Wir legen viel Wert auf unsere breit gefächerten Partnerschaften, denn sie belegen unsere Unabhängigkeit. Aus dem Pool wählen wir immer jenen aus, der die individuellen Anforderungen unseres Kunden am besten erfüllen kann. Wir freuen uns auf die gemeinsamen Projekte mit Webtrekk.


am 11. September 2008 unter Markt