Wer in der Öffentlichkeit agiert, über den wird geredet. Manchmal gut, manchmal schlecht. Unternehmen - besonders solche, die online tätig sind und die Geschwindigkeit des Netzes kennen - wollen gern wissen, was und wo über sie geredet wird. Immerhin kann eine schnelle Reaktion an der richtigen Stelle helfen, Schaden zu begrenzen, neue Kunden zu gewinnen und die Kundenbindung zu erhöhen.
Das Problem: Den Unternehmen mangelt es nicht an den nötigen Daten - davon gibt es in der Regel mehr als genug. Aber diese müssen auch beschafft, gesichtet, Irrelevantes gefiltert und dann bewertet werden, um wirklich hilfreich zu sein.
Der erste Schritt - das Beschaffen und Filtern - ist noch recht einfach, da zum Beispiel die Blogsuchmaschine Technorati oder auf Twitter Schnittstellen zu ihren Daten bereitstellen. Das Holen der Daten ist allerdings aufwendig, weil man sich die Daten per Schnittstelle aus deren System ins Unternehmenssystem holen muss. Das geschieht durch das Abfragen aus der Datenbank mit Filtern, etwa “Sammeln aller Tweets, die den Markennamen XY enthalten”.
Anspruchsvoller ist der zweite Schritt - das Bewerten. Dies erfordert zwar weniger technischen als analytischen Aufwand, dennoch können technische Lösungen auch hierbei gute Unterstützung leisten - etwa um Daten zu aggregieren und bereits entwickelte KPIs zu berechnen. Wer den Aufwand scheut und mit Omniture SiteCatalyst arbeitet, kann nun auf eine externe Lösung zurückgreifen: Das Tool ist von Earthbound Media und heißt “Blog Monitoring and Brand Tracking“. Die Applikation zeigt “Brand Mentions” aus Twitter und der Blogosphäre sowie Verlinkungen aus Blogs - unabhängig davon, ob sie schon geklickt wurden!
Wer jedoch anderes braucht - zum Beispiel eine Unterteilung in Fans und Kritisierende oder das Monitoring bestimmter Wortkombinationen - kommt um eine eigens angepasste Lösung (noch) nicht herum.
Verfasst von Nic Diefenbach
am 8. September 2009 unter
Analytics
Vom Web 2.0 ist in den Fachmedien und Blogs immer weniger die Rede, viele nutzen inzwischen lieber den Begriff Social Media. Doch in den vergangenen Jahren ist auch immer wieder über das sogenannte Web 3.0 diskutiert worden, das als Synonym für die nächste Entwicklungsstufe zu sehen ist. Stellt sich für uns natürlich die Frage, wie sich das auf die Web Analytics auswirken wird. Nun machen zahlreiche kreative Unternehmen und Services - darunter Glue, Kloudshare, Calais, denodo oder Zemanta, um nur einige zu nennen - deutlich: Das Web 3.0 wird Realität.
Einige der Wegbereiter des Web 3.0. kritisieren die aktuelle “Silo-ization” der Unternehmensdaten in viele kleine, nicht verbundene Silos, die aufgrund ihrer starren Strukturen für das Web 3.0 nicht brauchbar sind. Unternehmen, die im Web 3.0 reüssieren wollen, müssen ihr Datenmanagement offen und flexibel gestalten, so die Forderung. Wir sind überzeugt: Web Analytics kann hierbei eine wichtige Hilfestellung leisten. Dazu muss Web Analytics jedoch eine zentrale, verantwortungsvolle Rolle in Unternehmen zugesprochen bekommen.
Mal ehrlich: Bis heute haben viele Unternehmen noch nicht einmal wirklich Social Media für sich entdeckt. Sind wir also für die nächste Stufe des Webs gewappnet? Bereits im Herbst 2007 mahnte Eric T. Peterson in seinem Blog WebAnalytics Demystified: “Web Analytics 2.0? I am more worried about Web Analytics 3.0!” Das WA-Know-how und die technischen Grundlagen reichen eigentlich völlig aus, aber es fehlen oftmals Erfahrungen den Unternehmen in der praktischen technischen und prozessualen Umsetzung . Derzeit nutzen nur wenige das Web 3.0 strategisch. Die meisten verzichten auf durchgängiges Social Media Monitoring und -Tracking. Noch sind auch die Volumina klein und Basistools wie Twitalyzer reichen völlig aus. Was fehlt sind “Leuchturmprojekte” im Bereich der durchgängigen Interaktion WA - CRM.
Die WA ist ein fester Bestandteil der unternehmensweiten maschinellen Daten-Integration. Wir setzen uns seit mehr als einem Jahr für eine vernünftige Integration von WA - CRM und Busineess Intelligence (BI) ein. Technisch ist das keine große Herausforderung, die Praxis zeigt allerdings, dass es an organisatorischen Hürden in der Regel scheitert. Meiner Ansicht nach sollten Softwareentwickler und Berater daher pragmatische Handlungskonzepte für die Integration zwischen den Plattformen WA, BI und CRM entwickeln.
Die Zielvorgaben für Marketing und CRM sollten künftig so kombiniert werden, dass die Abteilungen unternehmensweit besser zusammenarbeiten können. Dazu sollte Marketing- und CRM-Kompetenz im Web 2.0 und 3.0 generell in allen zuständigen Abteilungen aufgebaut werden. Die IT muss verstehen, dass Social Media für das Unternehmensmarketing wichtiger wird.
Die wichtigsten Messparameter für das Web 3.0 sind daher
- Brand Engagement: wie stark sind User an einer bestimmten Marke interessiert und wie sehr unterstützen sie diese im Web 3.0.
- Connectivity: wie stark sind Onliner untereinander in Gruppen, in Networks etc. vernetzt und wie hoch ist der Anteil von welchen Nutzertypen jeweils.
In den USA ist man sich bereits dieser Anforderung an das Datenmanagment bewusst. Auf der “Web 3.0 Conference” (19. bis 20. Mai in New York) diskutierten interessante Unternehmen wie Cerebra, Palantir Technologies und Alitora Systems auf dem Podium “Discovering Critical Business and Marketing Insights Through Analytics, Semantic Reasoning and Data Visualization”.
Wo bleibt eine ähnliche Diskussionsrunde in Europa?
Verfasst von Axel Amthor
am 25. Mai 2009 unter
Analytics
Lange Zeit hat sich die Webanalyse eher darauf konzentriert, die Daten von Usern auf den eigenen Webseiten zu sammeln und sie auszuwerten. In Zeiten von Social Media findet jedoch mittlerweile ein Großteil der analysierbaren Interaktion in sozialen Netzwerken wie Xing, Facebook, MySpace und Twitter statt. Laut einer aktuellen Nielsen-Studie sind 51 Prozent der deutschen Internetnutzer bereits in Social Networks oder Blogs aktiv. Das verlangt eine neue Herangehensweise an das Webcontrolling.
Aus diesem Grunde haben wir uns die Anbieter im Web Analytics Markt in diesem Umfeld ein wenig genauer angesehen. Eine kleine Recherche auf Twitter zum Beispiel ergab folgendes spannende Bild:
- coremetrics hat einen toten Twitter Account (@coremetrics).
- Webtrekk, Nedstat und etracker sind gar nicht aufzufinden.
- WebTrends twittert vermutlich automatisiert seine Blog Posts.
- Omniture hat seinen Helpdesk (aka “LiveSupport” oder “CustomerCare”) unter @OmnitureCare erreichbar gemacht und twittert tägliche Tipps und Tricks und beantwortet (!) Anfragen. Omniture ist damit einzigartig unter den Anbietern.
- Eine Twittersuche nach “Web Analytics” (#wa, #webanalytics) ergab, dass fast alle renomierten Persönlichkeiten auf internationaler Ebene mit eigenen Accounts vertreten sind: @JimSterne, @AvinashKaushik, @erictpeterson, @immeria (Stephane Hamel, WASP) und viele andere mehr
- Schränkt man die Suche nach “Sprache Deutsch” ein, gibt es erst wenige Treffer.
Die deutsche Web Analytics Gemeinde scheint Twitter (noch) nicht wirklich für sich entdeckt zu haben. Ich bin jedenfalls seit einiger Zeit selbst am Twittern und freue mich über neue Follower. Falls Sie noch weitere Twitterer kennen, die sich mit Web Analytics auseinandersetzen, können Sie unsere kleine Liste gerne in den Kommentaren ergänzen.
Für Unternehmen wird das Brand Marketing auf den Social-Media-Plattformen immer wichtiger, weil die Nutzer immer mehr Zeit dort verbringen. Das zeigt auch der Nielsen-Report. Dies hat auch Eric T. Peterson kürzlich in seinem Blog in einem interessanten Artikel über Web Analytics und Twitter geschrieben. Insofern bleibt die Frage, was die renomierten Web Analytics Anbieter an Funktionen bereitstellen, um diese Plattformen im Hinblick auf eigene Aktivitäten mit zu analysieren (mal abgesehen von Erics Twitalyzer). Gestern fand ich via einem Tweet von @LaurenFisher heraus, das Omniture Twitter Daten importieren und mit den in der eigenen Site gemessenen Daten zur Analyse verknüpfen kann.
Es ist sehr schwierig Analyseanbieter und Plattformen zu kategorisieren bzw. von einander abzugrenzen. Von reinen Bloganalyse-Tools wie Nielsen Blogpulse bis hin zu Social Media Spezialisten wie Radian6 reicht die Bandbreite der angeboteten Services. Im Guide to Social Media Analysis von August 2008 werden sogar 63 Anbieter miteinander verglichen.
Was kann Social Media Analytics eigentlich überhaupt leisten? Es sollte zumindest eine Analyse von folgenden Diensten bieten:
• Blogposts und -kommentare
• Foren, Diskussionsplattformen
• Produkt Review Seiten (Idealo, etc)
• Foto- und Videosharing-Sites (Flickr, Youtube)
• Podcasts
• Social Networks
• Social Newssites, Social Bookmarking
• Microblogging (Twitter, Friendfeed)
Im kommerziellen Umfeld gibt es folgende Tool-Anbieter, die eine Social Media Analyse unterstützen:
• Nielsen Buzzmetrics
• Radian6
• Omniture hat sogar eine Produktseite für „Web 2.0 Optimierung“
• Attentio Brand Dashboard
• Visible Technologies TruCast
• Techrigy SM2
• trackur
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an kostenlosen Social Media Tools:
• BuzzMonitor von der World Bank
• Google Alerts
• Technorati
• FriendFeed
• Yahoo Pipes
Es stellt sich letztlich die Frage, wer nutzt diese Social-Media-Angebote derzeit für sein eigenes Marketing und analysiert bereits die Effizienz der eigenen Online-Maßnahmen…
>> Zusammenstellung von 50 Tools auf Mashable
>> Omniture SiteCatalyst adds Twitter Analytics for Brands
>> Radian6 ist generell auf Social Media ausgerichtet
>> Liste freier bzw. Trial-basierter Tools
>> Nielsen Buzzmetrics Blogpulse (freies Tool zur Blogosphäre)
>> Nielsen Buzzmetrics (kostenpflichtiges Tool, Allround)
>> Blogpost bei mashable über Reputation Tracking Tools, auch anwendbar auf Social Media Analyse
Verfasst von Axel Amthor
am 10. März 2009 unter
Analytics