Wie in einigen Blogs gepostet, beginnt Google mit dem Roll Out einer technischen Änderung bei den Referrern der geklickten Suchergebnisse. Der Referrer erhält in Zukunft die Ziel-URL sowie die Position des geklickten Suchergebnisses als Parameter. Darüber hinaus kann jeder anhand der Referrer URL erkennen, ob es sich um ein gesponsorten Link (Adword) oder um ein “natürliches Ergebnis” der Suche handelt.
Beispiel für die Referrer-URLs von Google:
Bisherige Referrer-URL:
http://www.google.com/search
hl=en
q=flowers
btnG=Google+Search
Neue Referrer-URL:
http://www.google.com/url
sa=t
source=web
ct=res
cd=7
url=http%3A%2F%2Fwww.example.com%2Fmypage.htm
ei=0SjdSa-1N5O8M_qW8dQN
rct=j
q=flowers
usg=AFQjCNHJXSUh7Vw7oubPaO3tZOzz-F-u_w
sig2=X8uCFh6IoPtnwmvGMULQfw
Dies hat insofern Auswirkungen auf die Web Analytics Tools, als dass diese normalerweise die Referrer Informationen dazu benutzen, Statistiken über Suchwörter je Suchmaschine zu erstellen. Dazu muss der URL-String analysiert und ausgewertet werden. Sofern Annahmen an das derzeitige Format gemacht werden, kann es bei diesen Tools zu Problemen kommen, die sich ein einem vermeintlichen Abfall der Zugriffszahlen über natürliche Suche bemerkbar machen.
Da Google den Roll Out über seine dezentrale Infrastruktur durchführt, kann es in einer Übergangszeit dazu kommen, dass sowohl altes als auch neues Format bei einer Website auftreten werden und zu diesem Effekt führen, wenn das Web Analytics Tool darauf nicht vorbereitet ist. Wer jedoch Google Analytics nutzt, braucht sich darüber keine Gedanken machen. Die neuen Referrer-URLs werden auf die GA-Reportings keine Auswirkung haben.
Im Weiteren ist es spannend zu beobachten, wann die ersten Hersteller ihre Produkte dahingehend angepasst haben, dass die jetzt zusätzlichen Informationen (Position, Art des Ergebnisses, in der Beispiel URL oben fett markiert) auch in den Statistiken verwendet werden.
>> Google Analytics Blog
>> Callmetrics Blog
Verfasst von Axel Amthor
am 16. April 2009 unter
Technik
Vielfach werden wir von Kunden angesprochen, warum die Herkunft von Besuchern Ihrer Website überhaupt nicht erkannt werden kann. Schuld ist der im Request fehlende Referrer.
Über ein Feld im HTTP Prtotokoll kann (kann!) der Browser Informationen über die Herkunft eines Klicks weitergeben. Der Referrer enthält üblicherweise die URL der Seite, die den Link auf die eigene Site enthielt. Mitunter wird diese Information jedoch nicht in den Statistiken angezeigt. Die Gründe hierfür sind vielfältig, zunächst mal schematisch, was wirklich abläuft:
Es wird immer nur die unmittelbar vorherige Seite als Referrer angegeben. Beispiel:
Seite A enthält einen Link auf Seite B, diese wiederum auf Seite C. Verfolgt ein Benutzer nun diese Kette von Links, so übermittelt der Browser mit den Requests die folgende Kette von Referrern:
Seite A —> Seite B (Referrer A) —> Seite C (Referrer B)
Wenn nun C die eigentliche Zielseite ist, und B lediglich eine Zwischenseite, die für den Anwender unsichtbar den Browser “umleitet” (Redirect), dann kann die Seite B niemals die ursprüngliche Absprung-Adresse enthalten.
Redirects
Teuflischer Grund für diesen Effekt sind Redirects - Es gibt zwei Sorten von Redirects: Serverseitige und Clientseitige.
Erst mal zu den Serverseitigen: Der Server antwortet auf eine URL mit einem HTTP Status (30x), der den Browser über eine neue Adresse der Seite informiert. Dies ist der korrekte Weg für Redirects und auf diese Art und Weise geht der Referrer nicht verloren. In der Statistik steht die korrekte Absprungadresse.
Schlecht ist der billige Hack mit Javascript oder META Redirects. In beiden Varianten der clientseitigen Redirects lädt der Browser erst die ursprüngliche Seite um dann den Code (META oder Javascript) auszuführen. Dieser Code lädt dann die eigentlich Zielseite. Diese hat als Referrer immer die Zwischenseite mit dem META- oder Javascript-Code.
Pech für die Statistik: aus ihr geht nicht mehr hervor, von woher der Aufruf der Seite ursprünglich wirklich kam.
Abhilfe kann hier wirklich nur eine Umgestaltung der Website schaffen, in dem ein korrektes Verfahren für den Redirect verwendet wird, oder aber die vorherige Seite ebenfalls mit in die Statistik einbezogen wird. Geht dies nicht, weil diese zum Beispiel bei einem Hosting-Anbieter liegt, hilft hier sogar nur ein Wechsel der gesamten Infratstruktur weiter - oder man verzichtet auf diese wichtige Information.
Verfasst von Axel Amthor
am 25. April 2004 unter
Analytics