Adobe erkennt den aktuellen Firefox nicht

Benutzer von Adobe Reports & Analytics (ehemals Omniture SiteCatalyst) haben vielleicht schon gemerkt, dass eine Vielzahl von Nutzern mit “unbekanntem” Browser unterwegs sind.

Adobe ist im Moment nicht in der Lage Nutzer des aktuellen Mozilla Firefox in der Version 28 richtig zu erkennen. Fast alle Nutzer mit diesem Browser werden mit dem Browser “None” ausgewiesen. Das selbe trifft auf die Beta-Versionen Firefox 29-31 zu, die vereinzelt schon benutzt werden.

Das Problem ist in Deutschland besonders relevant, da hier der Anteil des Firefox an der Browsernutzung oft zwischen einem Drittel und 50% liegt - davon die überwältigende Mehrheit mit der jeweils aktuellen Version.

Eine Lösung gibt es noch nicht, Adobe wird diesen Fehler aber erfahrungsgemäß rückwirkend beheben. Für die Datenauswertung kann aber bis dahin davon ausgegangen werden, dass praktisch alle “None”-Browser in Wirklichkeit Firefox-Nutzer sind.


am 11. April 2014 unter Analytics, Technik

Neues Feature in Adobe Reports & Analytics: Frühwarnsystem Anomaly Detection

Veröffentlicht auf unserer Schwesterseite:

In der neuesten Version von Adobe Reports & Analytics (ehemals Omniture SiteCatalyst) gibt es endlich ein Frühwarn-Feature, um Abweichungen vom Normalfall automatisch zu erkennen und den Web-Analysten gezielt auf die potentiellen Probleme hinzuweisen.
Das Ganze nennt sich „Anomly Detection” und ist - Ehre wem Ehre gebührt - eine gute Kopie von „Intelligence” in Google Analytics.

Was kann die Anomaly Detection? Wie bekommt man Zugriff? Wie konfiguriert man es? Und was sind die Schwachstellen? Antworten nach dem Klick!


am 18. Oktober 2013 unter Analytics

Link storm: A treasure chest full of user behaviour data and some news on the Adobe Marketing Cloud and Universal Analytics by Google

User behaviour on PCs, phones and tablets differs for sure. But how? GlobalWebIndex has the answer:
https://www.globalwebindex.net/huge-growth-active-behaviours

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Which products are more likely to be purchased online? Which products were at least researched online before getting bought?
https://www.globalwebindex.net/consumers+purchase+cycle

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And more details on app usage: When which kind of app is used?
http://qz.com/134810/when-people-use-their-smartphones-and-tablets-in-charts/

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And some news on web analytics tools:

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Adobe has just released a new version of their Marketing Cloud, including

  • Anomaly detection (to be mean: it’s like Google Intelligence for Adobe Reports & Analytics)
  • Greatly improved real-time reporting capabilities
  • Including statistical indicators (median, mean, standard deviation, …) to ad-hoc analysis

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Considering Google’s Universal Analytics? Here’s a detailed list about the difference between Google Analytics and Universal Analytics:


am 18. Oktober 2013 unter Analytics, Link Storm, Markt

Link storm: Raise retention, market to mobile users, successful social campaigns, and Google Glass

Optimizing retention by using emails and other re-targeting can double return rates:
http://tomtunguz.com/mobile-reengagement

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The rise and fall of Microsoft Windows: MS market share (shipments) is down to 35% in 2012 from the peak at 96%. Android, on the other hand, aims at the 50% mark.
Question is: Are you prepared to serve the new audience?
http://junkcharts.typepad.com/junk_charts/2013/08/highlight-the-right-elements-of-a-chart.html
Original source: http://www.theatlantic.com/business/archive/2013/08/why-steve-ballmer-failed/278986/

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How do you know your social media campaign was successful? Define your goals in the beginning, use comparable metrics, and tie the campaign goals to business goals. Simple, isn’t it?
http://metricsman.wordpress.com/2013/08/21/social-media-measurement-at-a-crossroads-2/

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Is Google Glass’ future to be a platform for business apps? Think automatic QR code scanning in logistics, automatic scanning and OCR’ing of paper, etc.
http://qz.com/119692/the-real-plan-for-google-glass-may-be-to-sell-it-to-businesses-not-consumers/

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Adobe Reports & Analytics (former SiteCatalyst) changed the definition of the “Average Page Depth” metric … again (in German):
http://www.smartmetrics.de/2013/08/28/adobe-andert-average-page-depth/


am 30. August 2013 unter Analytics, Link Storm, Markt

Adobe SiteCatalyst ändert Regeln für Suchwort-Reports

  • Welche Suchworte bringen den meisten Umsatz?
  • Funktioniert mein SEO?
  • Welche Begriffe werden wichtiger für meine Kunden?

Jedes Web-Analyse-Tool kann solche Fragen mit Leichtigkeit beantworten - leider nicht immer gleich.

Mit dem letzten Release der Adobe Marketing Cloud wurde das sogenannte Allokationsmodell für Suchworte in SiteCatalyst geändert. Ein trockenes Thema mit Auswirkungen auf 40% bis 67% der Suchen:

Bislang wurde jeder Erfolg (Verkäufe, Registrierungen, Likes) dem ersten Suchwort des Besuchs zugeordnet. Nach der Änderung ist es nun das jeweils letzte Suchwort. Für den idealen Nutzer also, der einmal sucht und dann gleich konvertiert, ändert sich nichts. Für einen großen Teil der Suchwörter verschiebt sich jetzt aber die Anzahl der Konversionen - und damit die Basis der SEO- und SEM-Maßnahmen.

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Für “einen großen Teil”? Meiner Erfahrung nach benutzen ein Viertel bis zur Hälfte der Nutzer mehr als nur ein Suchwort pro Besuch. Nutzer “sammeln” zum Beispiel offene Browsertabs und sichten diese später. Oder Nutzer verschmähen die Seiten-eigene Navigation und versuchen über Google die gewünschte Unterseite zu finden. Selbst wenn jeder dieser Nutzer nur zwei Suchworte verwendet, sind 40% bis 67% der Suchen betroffen.

Fazit: Im besten Fall heben sich die Änderungen gegenseitig auf. Es können aber auch Verschiebungen hin oder weg von Brand-Keywords oder zwischen einzelnen AdGroups passieren.

Da die Änderung individuell sein wird, können wir keine Empfehlung geben, außer: Jeder SEM-Verantwortliche sollte seine SiteCatalyst-Berichte im Auge behalten und überprüfen, ob es starke Schwankungen zwischen Vorher und Nachher gibt.

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Ein Beispiel: Ein Besucher recherchiert “online hosen kaufen“. Ein Klick auf das Suchergebnis zu myhosen.de und der Besucher ist im Shop. Einige Klicks und viele Hosenmodelle später ist die Übersicht verloren gegangen. Also zurück zu Google und nach “myhosen tweedhose” gesucht. Klick, Landung auf der Detailseite, Kauf.

Früher wäre der “Gewinner” “online hosen kaufen” gewesen. Jetzt ist es das Brandkeyword “myhosen tweedhose“.

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Über die Frage, welches Ergebnis “richtig” ist, lässt sich sicher streiten. Zumindest aber sollte das Marketingbudget und die SEO-Strategie sich jetzt nicht plötzlich ändern. Das Nutzerverhalten ist nämlich immer noch das gleiche.


am 28. Februar 2013 unter Analytics, Technik
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Liefert der SiteCatalyst Marketing-Channel-Report die “richtigen” Zahlen?

Adobe SiteCatalyst bietet mit seinem Marketing-Channel_Report (MCR), die Möglichkeit, zu jedem Marketing-Kanal ohne zusätzliche Implementierung die Zielerreichungen (Käufe, Umsätze, Logins,…) nach “First Cookie Wins” (FCW) und “Last Cookie Wins” (LCW) gleichzeitig zu betrachten. Hierbei wird die Direkteingabe oder der Besuch über SEO-Maßnahmen als Kanal betrachtet und der Besucher wie üblich mit einem Cookie (30 Tage) versehen.

Das klingt geil, oder?

  • Im MCR wird standardmäßig immer jede Session einem Kanal zugewiesen

Auch das klingt geil, oder?

Zu den Marketingkanälen zählt Adobe SiteCatalyst allerdings auch die Direkteingabe oder die SEO-Maßnahme und hier liegt das Problem.

Ein Beispiel:

  1. Kontakt:Kampagne A
  2. Kontakt Kampagne B
  3. Kontakt: Direkteingabe und 10€ Umsatz

a) Sicht im MCR

Kampagne Klicks Umsatz (FCW) Umsatz (LCW)
A 1 10,- € -
B 1 - -
Direkteingabe 1 - 10,-€

Ergebnis: Keine Konversion für B

- siehe auch Fußnote -

b) Sicht im Kampagnenreporting auf Basis s.campaign

Im Kampagnenreporting auf Basis der s.campaign und Last-Cookie-Wins haben wir folgendes Bild:

Kampagne Klick Umsatz (LCW)
A 1 -
B 1 € 10,-

oder auf Basis einer zusätzlichen eVar (=s.campaign) und First-Cookie-Wins:

Kampagne Klick Umsatz (FCW)
A 1 € 10.-
B 1

Nun haben wir zwei Reports, ist aber wenigstens richtig.

Sollte man besser den Marketing-Channel-Report also lieber nicht nutzen, da er wirtschaftlich unsinnige Werte ausgibt?

Statements:

  1. Wirtschaftliches Online-Marketing führt die besten Kunden immer in den Kanal “Direkteingabe”
  2. Im Affiliate Marketing würde immer ein Vergütung von Kampagne B erfolgen, aufgrund des 30-Tage-Cookies.
  3. Wer eine Direkteingabe für einen Marketingkanal hält, hat den 30-Tage-Cookie nicht verstanden.

Ist das MCR-Reporting also unsinnig und nicht verwertbar?

Nein, wer beides will - den Marketing Channels Report und “richtige” Zahlen, sollte folgendes an seiner Implementierung ändern:

Wenn ein Trackingcode übergeben wird, reicht es nicht aus, nur die s.campaign zu füllen. Sondern es muss auch ein Cookie mit zwei Werten gesetzt werden:

  • Trackingcode des soeben geklickten Werbemittels und aktuelles Datum/Uhrzeit.

Bei jedem folgenden Visit muss, wenn ein “kostenfreier Kanal” genutzt wurde und daher kein neuer Trackingcode vorliegt, der Trackingcode aus dem Cookie ausgelesen und wieder an s.campaign übergeben werden. Dies muss solange erfolgen, bis das Datum in dem Cookie mehr als 30 Tage zurück liegt.  Dann respektiert das Regelwerk des MCR die Logik “eine Traffic-Quelle ohne Trackingcode überschreibt niemals einen teuren Kampagnen-Klick”. Nur leider verdirbt das die Metrik der Click-Troughs. Dafür setzen wir bei jedem “echten” Kampagnen-Klick einen eigenen Event und arbeiten stattdessen mit diesem. Diese erweiterte Kampagnenlogik fügen wir pflegeleicht in die Plugin-Sektion des JavaScripts ein.

Die einzige Fehlerquelle dieser Lösung steckt in der Identifikation des “neuen Visits”. Das fragen wir mithilfe eines Session-Cookies ab - denn wenn der Nutzer keine Cookies akzeptiert und wir ihn daher zu häufig “als neuen Visit” erkennen würden, haben wir auch keinen Cookie, dessen Kampagnenwert wir auslesen könnten.

Fußnote: Adobe hat dieses Problem offenbar beschäftigt und mit dem letzten Release die CRM-Kanäle besser konfigurierbar gemacht. Jetzt kann für jeden Kanal angegeben werden, ob dieser Kanal in der Last-Bewertung ältere Kanäle überschreiben darf (”Override Last-Touch Channel” bzw “Last Touch-Kanal außer Kraft setzen”). Es ist uns aber aus der Praxis noch kein Fall bekannt, bei dem es gelungen ist, die Abrechnungspraxis im Marketing-Channel-Report stimmig abzubilden.


am 3. November 2011 unter Analytics, Technik

Review Adobe Summit 2011 in London

Auch dieses Jahr lud “ex Omniture” nach London zu seinem Adobe Summit 2011. Die Veranstaltung sprengt langsam die Kapazitäten des Hilton Metropole, des angeblich zweitgrößten Hotels in London, denn mehr als 1.300 Teilnehmer hatten sich angemeldet.

Kurz die Fakten in Übersicht:

  • Mehr als 1.300 Teilnehmer - 95% aus UK, die restlichen 5% aus den anderen europäischen Ländern u.a. Deutschland
  • 30 sogenannte Breakout Track & Sessions, 20 Case Studies sowie diverse Keynotes

Die Kern-Themen:

  • Social Media Tracking mit Schwerpunkt auf Facebook
  • Mobile Analytics
  • Conversion Optimierung
  • Online Analytics
  • und natürlich alle Produkthighlights

Bei den Themen gab es nun wirklich keine Überraschung. Social Media und Mobile stellen derzeitig auf jeden Event ein Muss dar.

Neuankündigungen (Pressemeldung Adobe):

Meine Produkthighlights:

  1. SiteCatalyst Version v15
    Version 15 ist mit deutlich besserer Menüführung und mit deutlich verbessertem Interface-Design versehen als alle Vorgänger und das, obwohl SiteCatalyst mit vielen neuen bzw. zum Teil früher optionalen Leistungsmerkmalen daherkommt. Deutlich wurden im Bereich der Korrelationen und Segmentbildung die Möglichkeiten aufgestockt. Viele Änderungen sind für die Kunden nicht sichtbar aber wir hoffen, in der Performance spürbar, da die gesamte Datenbankarchitektur neu entwickelt worden ist. Für Neukunden wird diese Version in Kürze verfügbar sein. Bestandskunden werden laut Adobe aktiv angesprochen, um hier eine bestmögliche Migration zu gewährleisten.

    Ersetzt SiteCatalst v15 mit den vielen neuen Leistungsmerkmalen Discover? Nein, für viele Adhoc-Analysen wird Discover weiterhin die erste Wahl bleiben.

  2. Adobe CQ5
    Ein kurzer Ausblick wurde auf das CMS-Systems von Adobe (vormals Day) gezeigt. Beeindruckend war der vorgestellte Showcase mit integrierten Test&Target sowie Adobe Scene7. Ohne zukünftig die IT einzuschalten, soll es möglich sein, multivariate Tests und Targeting über die CMS-Oberfläche im WYSIWYG-Verfahren einzurichten. Die sogenannten MBoxen werden per drag&drop platziert, die Inhalts-Varianten aus Scene7 ausgewählt und die Regeln (Offers) in Test&Target hinterlegt.

    Natürlich ist auch SiteCatalyst menügeführt in CQ5 integrierbar. Wobei seitenspezifische Informationen optional auch ohne JavaScript erfasst werden können.

Resümee der Veranstaltung und Inhalte:

Zuerst ein Lob an Adobe, die Veranstaltung war gut organisiert und ließ neben den vielen Sessions Zeit zum Networking. Insgesamt also eine gelungene Veranstaltung, nicht zuletzt auch wegen der Abendveranstaltung mit guter Live-Musik.

Die Themen und Inhalte der Sessions und Keynotes haben aus meiner Sicht nichts elementar Neues gebracht, das hat aber sicherlich auch keiner erwartet. Die Keynote-Sprechern waren gut ausgewählt und hier gab es wirklich hervorragende, unterhaltsame Sprecher. Hervorheben möchte ich Brian Solis, Social Media Guru,  und Brett Error von Adobe, seines Zeichen CTO. Brian Solis hatte über Social Media referiert und konnte die Leute in seinen Bann ziehen. Seine Kernaussage war simpel und nicht wirklich überraschend - der Mensch muss in den Mittelpunkt gestellt werden. Während Brett Error schlichtweg der Entertainer im Adobe Team ist, der auch über ein gerüttelt Maß an Selbsironie verfügt. Sehr publikumswirksam seine Videoumfrage in London zum Thema Internet.

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Adobe entwickelt sich zum Lösungsanbieter

Letztendlich gewinnt Adobe und die Aqkuisition von Omniture allmählich mehr Profil - Es ist nunmehr nicht mehr nur eine Anhäufung von lose gekoppelten Tools, sondern das Gebilde entwickelt sich zu einer integrierten digitalen Lösung für Media und Marketing.


am 26. Mai 2011 unter Analytics, Markt

IBM will Coremetrics übernehmen

Erst übernimmt Adobe im letzten Herbst den Web-Analytics-Anbieter Omniture und nun schlägt IBM zu und will Coremetrics übernehmen - die geplante Übernahme soll im Herbst stattfinden. Damit sind zwei der drei großen amerikanischen Web-Analytics-Anbieter vergeben.

Ist hier ein Trend zu erkennen?

Werden die verbleibenden amerikanischen und europäischen Anbieter demnächst mit gleichartigen Meldungen von sich reden machen? Vielleicht.

Eines ist mit Sicherheit festzuhalten. Das Wissen, wie Nutzer im Web agieren, scheint ein wertvolles Gut für Unternehmen wie Adobe, IBM, Yahoo und Google zu sein - allen Firmen gemeinsam ist ein leistungsfähiges Web-Analytics-System.

Vergleichen wir kurz die Ziele der Übernahmen:

  • Adobe/Omniture: Aus meiner Sicht war hier die Prämisse, einen neuen Markt für Adobe zu erschließen. Adobe bediente zwar die Kreativen im Web und hatte auch vor der Übernahme schon Kooperationen, aber keinen eigenen Zugang zu dem Markt für Web Analytics. Diesen soll Omniture mit seiner Suite für Adobe öffnen. So hat sich dann bei der Übernahme von Omniture durch Adobe der ganze Markt gefragt, wo die wirklichen Synergien liegen können. Diese Synergien liegen in der technischen Ebene bei der Integration im Frontend. Flash verbreitet sich als Quasi-Standard und die Integration der Tracking-Lösung von Omniture am Arbeitsplatz der Kreativen ist sicherlich ein Schritt, diese Zielgruppe näher an den Web-Analytics-Markt zu holen.
  • IBM/Coremetrics: Diese Übernahme macht aus meiner Sicht sehr viel Sinn. Coremetrics und IBM sind schon seit Jahren Partner und bieten eine integrierte Lösung mit IBM WebSphere Commerce und  Coremetrics Web Analytics. Die Vorteile für den Kunden könnten integrierte Systeme und eine 360°-Sicht auf die Kundendaten sein. Die Integration in den Backend-Systemen würde den Kunden in die Lage versetzen, eine betriebswirtschaftliche Betrachtung aller online- und offline-Marketing-Aktivitäten zentral vornehmen zu können. Die Integration der Daten aus Coremetrics in die CRM- und BI-Welten von IBM (Cognos, DB2) würde Web-Analytics näher ans Management und ans Controlling innerhalb der Unternehmen heranbringen.

Ich sehe hier zwei verschiedene Ansätze zu möglichen Synergien mit ganz unterschiedlichen Zielsetzungen. Es bleibt abzuwarten, wie der Markt dies bewertet und die Kunden dies annehmen.

War die Übernahme vorauszusehen?

Sicherlich kommt die Übernahme für den Web-Analytics-Markt sehr überraschend. Insbesondere, da Coremetrics in den vergangen Monaten vermutlich einen hohen Aufwand betrieben hat, um ein neues Release ihrer Web-Analytics-Lösung auszurollen. Die Bindung von Ressourcen und Kapital im Vorfeld bzw. parallel zu den Übernahmeplanungen ist nicht alltäglich und zeugt von der Stärke des Unternehmens (Coremetrics) und der Weitsicht von IBM.

Wer profitiert von der möglichen Übernahme?

Mit Sicherheit die privaten Investoren von Coremetrics, aber ich denke auch die rund 230 Mitarbeiter weltweit. IBM bietet Sicherheit und neue finanzielle Kraft für die Weiterentwicklung der Coremetrics-Lösung. Letztendlich werden jedoch die Coremetrics-Kunden von der Möglichkeit einer ganzheitlichen Analyse-Umgebung am meisten profitieren.

Vielleicht bietet sich damit auch für Coremetrics Deutschland die Chance aus dem Schatten der anderen amerikanischen Anbieter heraus zu treten. Einer der naheliegenden Synergieeffekte ist der starke IBM-Vertrieb, der die Coremetrics-Lösung im Portfolio mit den Standardlösungen von IBM abgerundet an Bestandskunden in den Bereichen Handel und Finanzdienstleistung anbieten kann.

Wie geht es weiter?

Wer vor einigen Jahren den Markt für Content-Management-Systeme beobachtet hat, wird nicht ganz überrascht sein. Ähnlich wie Anfang 2000 bei den CM-Systemen ist nun auch der Markt für Web Analytics in einer Konsolidierungsphase. “Freie” Targets für M&A-Aktivitäten sind derzeit noch Webtrends, Unica, AT Internet und eine Reihe von europäischen Anbietern, allen voran sicherlich Webtrekk. Wie sehen andere Beobachter die Entwicklung in der nahen Zukunft? Ich würde mich freuen, Ihre Prognosen kennen zu lernen.


am 16. Juni 2010 unter Analytics, Markt
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Adobe will Omniture übernehmen (II)

Das Überraschende an dem Deal wäre* die Zusammensetzung der Unternehmen: Einerseits Omniture mit einem weltweit führenden Angebot für Saas (Software as a Service) und sicherlich der Marktführer in Web Analytics und andererseits Adobe mit einem weltweiten Angebot an Kauflizenzen im Bereich Publishing und Content Creation. So sucht man verzweifelt nach Synergien. Aber vielleicht wäre dies ja genau der Grund für den Deal: dass es keine Synergien gibt - weil die Angebote nicht synergetisch sind, sondern komplementär zusammenpassen? So sieht es auch Forrester in seinem Blog:

“Here is Forrester’s take on what it means:

  • Measurement becomes embedded within Interactive media. This acquisition has the potential to embed measurement technologies into a burgeoning landscape of interactive media. Adobe’s content creation tools are widespread and this acquisition now provides the opportunity for both developers and content creators to use a measurement tool that is inherent to the development platform.
  • Web content management solutions have a new challenger. Adobe has a strong workflow and process management background that is typically disjointed from the online optimization efforts. Bringing these companies together creates the potential for enabling native tagging during content creation; coupled with run time delivery; followed by optimization tactics for continuous improvement. 
  • Advertising and onsite measurement potentially share a roof. Advertisers and publishers use disparate tools to measure and reconcile visitors and impressions. Publishers need help monetizing content by understanding how it is consumed by visitors; while advertisers struggle to place relevant as in front of a targeted audience. If these two entities begin to share a common platform for measurement, then analysis and optimization align.
  • Adobe gains a recurring revenue stream. The revenue models for these organizations are different. Adobe largely sells licensed software, which was down 30% this quarter and hurting from the current economy. While Omniture delivers software as a service, thus Adobe gains a SaaS based recurring revenue model.”

Die Frage ist, welches Ziel Abobe mit der Übernahme verfolgt: Adobe zahlt einen - aus unserer Sicht völlig überzogenen - Preis von 1,2 Milliarden Euro für ein Unternehmen, dass die letzten vier Jahre nicht ein einziges Quartal ein positives EBITDA abgeliefert hat und zudem teilweise noch mit operativen Verlusten kämpft. Auf der anderen Seite berichtet die FTD, Omniture solle bereits im nächsten Jahr einen Gewinn beisteuern.  Was bedeutet dies für den weltweiten Headcount? Es kann vermutlich davon ausgegangen werden, dass dort kräftig eingespart wird. Und es lässt vermuten, warum Omniture seine Aktivitäten rundum das europäische Rechenzentrum in Amsterdam wieder einschlafen lässt.

Wir sind an Ihrer Meinung interessiert, was sagen Sie zu dem Deal?

>> Forrester Blog
>> offizielle Meldung Adobe
>> offizielle Meldung Omniture

Kommentare auf

>> online media daily
>> BlogZwoNull
>> Reuters

*(noch ist der Deal nicht durch die SEC genehmigt, daher immer “wäre” oder “wollen”, auch wenn Omniture rd. 64 Mio$ Strafe zahlen müsste, wenn der Deal wieder platzen würde.)


am 16. September 2009 unter Markt
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Adobe will Omniture übernehmen

Adobe will Omniture übernehmen - gelesen heute morgen in der  Financial Times Deutschland:

Der US-Softwarehersteller Adobe Systems will den Internetanalyse-Spezialisten Omniture für 1,8 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro) übernehmen. Adobe bietet den Omniture-Aktionären je Anteilsschein 21,50 Dollar in bar. Darauf hätten sich beide Seiten geeinigt, teilten die Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mit.
Die Wettbewerbshüter müssen dem Kauf noch zustimmen. Er soll bis Ende November abgeschlossen werden. Bereits im nächsten Jahr soll Omniture zum Gewinn von Adobe beitragen.
Adobe mit Sitz im kalifornischen San Jose ist der führende Anbieter von Grafik-Design-Software wie Photoshop oder Adobe Acrobat. Omniture aus Orem (Utah) ist ein Software-Spezialist unter anderem für Daten zu Websites.

Das ist sicherlich eine Überraschung! Auch wenn man Omniture immer mal wieder im Zusammenhang mit einer Übernahme durch das eine oder andere Unternehmen gesehen hat, so ist, zumindest für mich, Adobe eine große Überraschung.

Es wird sicherlich spannend zu beobachten, inwieweit sich mögliche Synergien aus WA-Sicht ergeben, wie z. B. eine integrierte, verbesserte Messung in Flash-Applikationen und das Zusammenführen der Clientseitigen und Servseitigen Teile von Web Analytics.

Inwieweit sich weitere Geschäfts-Vorteile aus dem möglichen Deal ergeben, kann ich nicht abschätzen. Aber die Geschäftsmodelle der beiden Organisationen scheinen doch ziemlich unterschiedlich zu sein. Da müssen wir wohl abwarten, bis sich die beiden Unternehmen “sortiert” haben.

Es bleibt weiterhin spannend im Markt für Web Analytics.


am 16. September 2009 unter Analytics, Markt
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