Nicht einmal die Hälfte der US-Medien setzen konsequent Web Analytics ein

Auf ein erstaunliches Ergebnis stießen die Forscher von Columbia Journalism Review , als sie für die Untersuchung “Magazines and Their Web Sites” den Status quo redaktioneller Websites in den USA abfragten: Nicht einmal die Hälfte der Website-Betreiber (47%) setzt Web Analytics regelmäßig und konsequent ein, um den Erfolg ihrer Themensetzung zu überprüfen oder um wichtige Trends im Leseverhalten zu entdecken. Davon ziehen nur 8% Webanalyse-Statistiken als Hauptfaktor für redaktionelle Entscheidungen heran.

Noch schlimmer: 43% der befragten Redaktionen nutzen das Wissen, das ihnen die Webanalyse bietet, kaum oder gar nicht:

  • 21% bringen zwar in Erfahrung, welche Inhalte erfolgreich waren - doch Einfluss auf ihre redaktionelle Entscheidungen hat das nicht.
  • Mehr als jeder fünfte befragte Redaktion (22%) prüft nicht systematisch, welche Inhalte wie erfolgreich waren (keine Angabe: 11%).

Dass das ein Fehler ist, belegt die Studie gleich mit. Denn Studienteilnehmer, die regelmäßig Traffic-Statistiken für ihre Entscheidungen heranziehen, haben eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit, profitabel zu arbeiten: Über 60% der profitablen Websites nutzen Traffic-Statistiken - unter den nicht profitablen sind es nur 34% .

Vor allem große Websites schätzen die Webanalyse: So nutzen mehr als 90% jener Redaktionen, die mehr als 2 Millionen Unique Visitors pro Monat haben, Statistiken für ihre redaktionellen Entscheidungen. Diese Vorreiterrolle großer Websites hat aber keine finanziellen Gründe: Denn die Mehrheit aller Befragten - 61% - verwenden das kostenlose Tool Google Analytics. Erst in weitem Abstand folgen die kostenpflichtigen Tools Omniture SiteCatalyst (7%) und Comscore Media Metrics (4%).

Es ist uns ein Rätsel, warum ausgerechnet in dem heiß umkämpften Markt der Online-Medien die Web Analytics keine Selbstverständlichkeit ist. Eine Erklärung, wenn auch keine befriedigende, könnte die  Schlussfolgerung der Marktforscher sein: “Die Magazin-Websites stecken noch mitten im Trial&Error-Stadium.”

Zwar ist das eine Studie über den amerikanische Raum. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Situation hierzulande nicht besser ist. Es wäre Zeit für eine solche Studie in Deutschland.


am 22. März 2010 unter Markt
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Verbrauchermeinung im Web - Earthbound Media will mit neuem Tool bei der Analyse helfen

Wer in der Öffentlichkeit agiert, über den wird geredet. Manchmal gut, manchmal schlecht. Unternehmen -  besonders solche, die online tätig sind und die Geschwindigkeit des Netzes kennen - wollen gern wissen, was und wo über sie geredet wird. Immerhin kann eine schnelle Reaktion an der richtigen Stelle helfen, Schaden zu begrenzen, neue Kunden zu gewinnen und die Kundenbindung zu erhöhen.

Das Problem: Den Unternehmen mangelt es nicht an den nötigen Daten - davon gibt es in der Regel mehr als genug. Aber diese müssen auch beschafft, gesichtet, Irrelevantes gefiltert und dann bewertet werden, um wirklich hilfreich zu sein.

Der erste Schritt - das Beschaffen und Filtern - ist noch recht einfach, da zum Beispiel die Blogsuchmaschine Technorati oder auf Twitter Schnittstellen zu ihren Daten bereitstellen. Das Holen der Daten ist allerdings aufwendig, weil man sich die Daten per Schnittstelle aus deren System ins Unternehmenssystem holen muss. Das geschieht durch das Abfragen aus der Datenbank mit Filtern, etwa “Sammeln aller Tweets, die den Markennamen XY enthalten”.

Anspruchsvoller ist der zweite Schritt - das Bewerten. Dies erfordert zwar weniger technischen als analytischen Aufwand, dennoch können technische Lösungen auch hierbei gute Unterstützung leisten - etwa um Daten zu aggregieren und bereits entwickelte KPIs zu berechnen. Wer den Aufwand scheut und mit Omniture SiteCatalyst arbeitet, kann nun auf eine externe Lösung zurückgreifen: Das Tool ist von Earthbound Media und heißt “Blog Monitoring and Brand Tracking“. Die Applikation zeigt “Brand Mentions” aus Twitter und der Blogosphäre sowie Verlinkungen aus Blogs - unabhängig davon, ob sie schon geklickt wurden!

Wer jedoch anderes braucht - zum Beispiel eine Unterteilung in Fans und Kritisierende oder das Monitoring bestimmter Wortkombinationen - kommt um eine eigens angepasste Lösung (noch) nicht herum.


am 8. September 2009 unter Analytics

Internet steigert die Effektivität aller Medien.

Um so effektiv wie möglich an den Konsumenten heranzukommen sollten Unternehmen ihre Investitionen in Online-Werbung verdreifachen, wie aus der aktuellen Studie “A Day in the Life: An Ethnographic of Media Consumption” der US-amerikanischen Online Publishers Association (OPA) http://www.online-publishers.org hervorgeht.

Darüber hinaus belegt die Studie, dass das Internet die Effektivität bzw. die Reichweite aller Medien steigert. Der OPA zufolge deuten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass das Internet jetzt ohne weiteres ein Massenmedium geworden sei, das anderen wichtigen Medien, was die Reichweite und Gebrauchsdauer betrifft, nicht unterlegen ist.

Für die Studie wurde die Mediennutzung von 350 Menschen analysiert, wobei ihre Aktivitäten alle 15 Sekunden beobachtet wurden. Die Resultate zeigen, dass die Konsumenten das Internet häufig gleichzeitig mit anderen Medien benutzen. “Konsumenten sind ständig online, sogar wenn sie fernsehen oder Radio hören”, so OPA-Präsidentin Pam Horan. Wegen dieser einmaligen Eigenschaft sei das Internet ein wirksames Instrument um die Reichweite von anderen Medien zu erweitern.

Ein Beispiel zur Illustration: Während der frühen Morgenstunden könnte ein Inserent 42 Prozent seiner Zielgruppe über das Fernsehen erreichen. Wenn er seine Botschaft jedoch simultan über das Internet verbreitet, kann er seine Reichweite um 51 Prozent steigern, wie die OPA-Studie zeigt. Auf gleiche Weise kann das Internet die Reichweite des Fernsehens zur Mittagszeit um 39 Prozent, am Nachmittag um 42 Prozent und am fernseh-dominanten Abend um sieben Prozent steigern. Eine simultane Anwendung von Zeitschriften und Internet kann sogar zu einer Verdopplung der Reichweite führen, wie der Guardian in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

“Als Massenmedium mit der Fähigkeit, die Reichweite von anderen Medien zu steigern, bietet das Internet gute, bisher unangezapfte Möglichkeiten um Werbebotschaften einen riesigen Auftrieb zu geben”, so Horan. Dazu muss allerdings zuerst mehr in die Online-Werbung investiert werden. Aus aktuellen Branchendaten stellt sich nämlich heraus, dass, obwohl der Konsument 20 bis 25 Prozent seiner für die Medien reservierten Zeit auf das Internet verwendet, Inserenten nur acht Prozent ihres verfügbaren Geldes für das Internet ausgeben. Es kann zwar ein steigender Trend in den Online-Werbung-Ausgaben wahrgenommen werden, aber die OPA-Studie zeigt, dass dies mit einem noch viel höheren Tempo geschehen muss.

Quelle: pressetext.austria
Redakteur: Reanne Leuning
email: leuning@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-305

Link zu dem Artikel: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=060613030


am 13. Juni 2006 unter Analytics