Ellenlange, komplizierte und damit nervige Bestell- und Anmeldeformulare - wer regelmäßig online ist, kennt sie zu Genüge. Welche schlimmen Folgen diese haben können, beschreibt nun das Beratungsunternehmen Goldmedia in einer Analyse: Demnach wird jeder siebte Bestellvorgang wegen mangelhafter Formulare abgebrochen. Rund 50 Millionen Bestellvorgänge sind wegen mangelhafter Formulare gefährdet. Drei Milliarden gehen der E-Commerce-Branche durch schlechte Bestellformulare durch die Lappen, rechnet Goldmedia vor.
Online-Händler investieren verhältnismäßig wenig in die Usability ihrer Shops, kritisiert Goldmedia. Dies deckt sich weitgehend mit unserer Erfahrung: Häufig stecken Online-Händler enorme Summen in die Werbung - doch bei der Analyse, wie eine optimale Bestelldramaturgie aussehen könnte, fangen sie an zu sparen.
Oder sie wollen zu viel auf einmal wissen: Häufig werden Formulare aus der Innensicht eines Unternehmens erstellt. In solchen Fällen werden Daten abgefragt, die für den aktuellen Prozess nicht unbedingt notwendig sind. Mein Lieblingsbeispiel sind die Formulare für Lebensversicherungen - am liebsten würde der Anbieter das Sterbedatum abfragen, damit er damit er das Risiko besser kalkulieren kann.
Was sollte ein Website-Betreiber denn tun, um seine Formulare einfacher und damit erfolgreicher zu gestalten? Wichtig seien “eine intuitive und unkomplizierte Anwendung” sowie ein “transparenter und glaubwürdiger Abfrageprozess”, so Goldmann. Nun, das ist schön gesagt. Aber wer legt denn fest, was “intuitiv” ist und was “unkompliziert”? Um das heraus zu finden, ist Web Analytics und Multivariates Testen unerlässlich. Mit diesen Tools kann erforscht werden, welche Passagen des Formulars die Kaufwilligen problemlos verstehen und an welchen Stellen sie hängen bleiben.
Exemplarisches Vorgehen mit Multivariaten Testen (MVT):
Fertigen Sie eine Abbruchanalyse der Transaktionsschritte an, bei Bedarf bis auf die einzelnen Feldebenen hinunter. Prüfen Sie, welche Zielgruppen besonders häufig abbrechen. Das können beispielsweise Erstkäufer sein, Google-Anwender (mit bestimmten Suchworteingaben), Affiliates oder unterschiedliche Altersgruppen. Auch tageszeitabhängige Faktoren können eine Rolle spielen. Entwickeln Sie Alternativhypothesen und testen Sie diese gegen die Ausgangslage mithilfe eines Multivariaten Testing-Tools. In der Regel sollte es (reichweitenabhängig) genügen, wenn bis 20% der Besucher am Test teilnehmen. Folgendes gilt es hierbei zu beachten:
- Berücksichtigen Sie Störfaktoren - zum Beispiel Pflichtfelder, die nicht unbedingt für die Durchführung des Auftrags erforderlich sind.
- Berücksichtigen sie die Konversions-Latenz - also den Zeitraum, der üblicherweise für die Kaufentscheidung notwendig ist.
Einige Tools optimieren solche Prozesse auch “selbstständig” nach vorgegebenen Regelwerken. Klassische Ergänzungen oder Alternativen können “Usability Checks” oder “Usability Labs” sein.
MVT-Tests können helfen, die “Kundenperspektive” auf die Prozesse und Formulare einzunehmen und zu verstehen, genauso wie durch das Hinzuziehen externer Usability Experten. Doch vor allen erhöhen sie zum Teil deutlich die Konversion.
Verfasst von Thomas Brommund
am 16. Februar 2010 unter
Analytics
“Jeder bewiesene Satz ist trivial”, pflegte uns mein Algebra-Prof zu trösten. Und er hatte recht. Auch beim Testen von Website-Alternativen gibt es solche trivialen Sätze: Erkenntnisse von solch banaler Offensichtlichkeit, dass man sie nur allzu leicht übersieht. Hier ein paar Beispiele:
- Unterscheiden sich die Testobjekte nicht, so unterscheiden sich auch die Ergebnisse nicht.
- Ein Newsletter, an dem dran steht “Neues Design!” hat eine erhöhte (gemessene) Öffnungsquote, weil der geneigte Leser die Bilder lädt, um das Design zu bewundern.
- Ein neues Design erzeugt im Allgemeinen eine größere Eintauchtiefe. Sei es, weil die Stammkunden interessiert blättern, um die Veränderungen zu begutachten, sei es, weil sich selbst treueste Benutzer nicht zurechtfinden. Bei einer Site mit starker Stammkundschaft kann man also bei einem Test zur Erhöhung der Stickiness die Daten so lange getrost wegschmeißen, bis die meisten Teilnehmer des Tests zwei bis dreimal da waren.
- Wenn eine Variante eines A/B/n-Tests eine hohe Abbrecher- und eine geringe Wiederkehrquote hat, sollte man die Variante aus dem Test nehmen, bevor man keine Probanden mehr hat.
- Geht ein Test über mehrere Besuche, sollten die Teilnehmer des Tests bei jedem ihrer Besuche die gleiche Alternative sehen.
- Einen Langzeittest kann man nur mit Besuchern machen, die man nach langer Zeit wiedererkennt.
- Wenn das Konversionshemmnis hauptsächlich im Warenkorb-/Kontakt-/Registrierungsprozess liegt, hilft eine andere Landingpage nur bedingt.
- Testergebnisse gelten nur für die getestete Nutzergruppe. So können Ergebnisse eines Landingpage-Tests, der mit Newsletter-Nutzern durchgeführt wurde, nur bedingt auf SEO-Traffic-User übertragen werden.
- Wenn die Zeitspanne zwischen Erstbesuch und Erstkauf bei 50% der Besucher länger als eine Woche ist, hat ein Landingpage-Test zur Konversionssteigerung, der nur eine eine Woche dauert, noch eine Fehlerwahrscheinlichkeit von über 50%. Will man also die Spanne zwischen Erstbesuch und Erstkauf mit einbeziehen, muss die Auswertung des Tests mindestens eine weitere Woche laufen.
Das klingt, zugegebenermaßen, alles trivial. Doch wenn sich der Gewinner des A/B/n-Tests im Jahresrückblick als Eintagsfliege entpuppt, ist das auch kein Trost. Lieber vorher an Triviales denken.
Verfasst von Heiko Vosberg
am 6. März 2009 unter
Analytics
Nach wie vor werden in vielen Organisationen - vorzugsweise in größeren Unternehmen aus klassischen Geschäftsfeldern wie Handel oder Industrie - die Potenziale von Web Analytics aus recht trivialen Gründen nicht erschlossen. Zwar legen sie sehr viel Augenmerk auf Evaluation und Einführung eines Web Analytics Tools, doch sie widmen sich nicht den prozessualen und organisatorischen Aspekten.
Immer noch wird Web Analytics als eine Art Reporting System angesehen und viel zu wenig als ein Instrumentarium, um vorab definierte Ziele zu erreichen. Leider hat Web Analytics in vielen Unternehmen einen technischen Fokus, weil es vordergründig um Software geht. Das halte ich für grundlegend falsch. Das ist so, als ob die IT-Abteilung für die Buchhaltung verantwortlich wäre, bloß weil sie Soft- und Hardware braucht. Web Analytics ist Bestandteil der Geschäftsprozesse, mit denen auch das E-Commerce-Angebot entwickelt und gesteuert wird; hauptverantwortlich müssen hier diejenigen sein, die für den Umsatz des Shops verantwortlich sind.
Web Analytics ist eine interdisziplinäre Aufgabe, für die mindestens die Abteilungen Technik, E-Commerce, Controlling und Marketing eingebunden sein sollten. Idealerweise wird eine eigene Taskforce zusammengestellt, die direkt der Geschäftsleitung unterstellt ist und über eine Matrixorganisation in den aufgeführten Abteilungen verankert ist.
Es gibt Ansätze für derartige Taskforces in den Unternehmen, allerdings scheitern diese häufig in der Praxis an zwei Stellen: an der Matrixorganisation sowie an der Darstellung als Geschäftsprozess. Nehmen wir zum Beispiel das Monitoring von Kennzahlen eines E-Commerce Shops: Wer kann rechtzeitig feststellen, wenn eine Abweichung der Kennzahlen auftritt? Und wer entscheidet dann, ob reagiert werden muss? Wer veranlasst eine Korrektur und wer führt diese durch? Je nach Kennzahl sind die Entscheidungspfade sehr unterschiedlich: Bei einem Usability Problem ist die Gruppe für Web Design gefragt, bei einer CPO-Problematik das Marketing, bei steigenden Bestellabbrüchen womöglich die IT. Viele Unternehmen haben hier Probleme schnelle Prozesse aufzusetzen, um auf Veränderungen des Web-Analytics-Zahlenmaterials tatsächlich reagieren zu können.
Die Technik kann man auslagern. Aber das Know-How sollte gegebenenfalls mit externer beratender Hilfe intern aufgebaut werden. Die Analysefähigkeit und das, was wir als “Domänenwissen” bezeichnen, muss im Haus bleiben. Für Spezialfragen oder für Routineaufgaben kann man durchaus externe Ressourcen nutzen. Bei kritischen Analysen etwa können Unternehmensfremde einen wertvollen Beitrag leisten, weil sie einen “unverbauten Blick” auf unangenehme Wahrheiten haben.
Generell muss der Betreiber, z.B. eines Shops, die Frage beantworten können: „Welche Varianzen in den Kennzahlen haben uns in den letzten 12 Monaten veranlasst Änderungen am Shop vorzunehmen – im Interface Design, bei den Preisen, im Warenkorb Prozess oder bei Texten - und wie haben sich diese Änderungen danach auf die Kennzahlen ausgewirkt?”
Sollte seine Antwort sinngemäß lauten: „Keine der Kennzahlen hat Einfluss auf die Weiterentwicklung unseres Shops. Und wie sich Änderungen auf die Kennzahlen auswirken, wissen wir auch nicht“, dann sollte er dringend seine Web-Analytics-Strategie überdenken. Sonst wird er mittelfristig gegenüber der Konkurrenz, die faktenbasiert mit intelligenten Kennzahlen steuert, verlieren.
Verfasst von Axel Amthor
am 24. Oktober 2008 unter
Analytics
Seien wir mal ehrlich: Es gibt noch kein Web-Analytics-Tool, mit denen Web 2.0-Anwendungen effizient analysiert werden könnten. Für Techniken wie Ajax und Flex fehlen schlüssige Konzepte.
Alle uns bekannten Tools gehen von der Grundgröße „Seitenabruf” bzw. “PageView” aus - aber diesen kann man für das Kampagnentracking im Web 2.0 nicht gebrauchen. Um das Web 2.0 analysieren zu können, müssen wir uns von Messgrößen wie „PageViews” lösen. Einen interessanten Vorstoß macht das OpenSource-Tool PIWIK, das die Maßeinheit „Actions” bietet. Auch der Ansatz des US-Startups Buddy Media klingt sehr interessant, die MediaPost schrieb den guten Artikel “BuddyBrain’ Helps Clients Track Social Apps” darüber.
Auch die Aufgabe, in einem Shop mit Community-Charakter Arten und Typen von Usern und deren Beziehungen untereinander langfristig identifizierbar zu machen, kann derzeit von keinem etablierten System geleistet werden. Es gibt erste Ansätze, aber wenn man sich funktionierende Einkaufs-Communities wie smatch.com ansieht, muss man feststellen: Die Visualisierung der Benutzertypen und ihrer Beziehungen sind derzeit noch nicht mit Standardtools abbildbar. Den „User Generated Content” hingegen kann man mit allen am Markt befindlichen Lösungen recht gut messen.
Wie sollte ein gelungenes Web 2.0-Analytics-Tool beschaffen sein? Wir sind gespannt auf alle Lösungsvorschläge, die noch kommen werden.
Verfasst von Axel Amthor
am 17. September 2008 unter
Analytics
Transparenz und Vertrauen sind die Säulen eines erfolgreichen Online-Handels.
Jan Pohle vom Arbeitskreis Vertrauen der des BVDW (Interessen- und Berufsvertretung der Digitalen Wirtschaft), weist auf die Missstände einiger E-Commerce-Anbieter hin: Versteckte Kosten, unauffindbare AGBs, Vernachlässigung der Impressumspflicht, verbraucherunfreundliche Zahlverfahren ? die Liste der aus Käufersicht unseriös wirkenden Verfehlungen ist mitunter lang.? Obwohl das Verhalten der Online-Shopper Anlass zum Optimismus gibt, haben die Konsumenten in Deutschland anscheinend noch immer Angst vor den E-Commerce-Gefahren, so eine aktuelle Studie von TNS Emnid. Um den Shop-Anbietern einen Leitfaden an die Hand zu geben, hat der Arbeitskreis Vertrauen vor kurzem eine sehr gute 12-Punkte Checkliste entwickelt, die bei den Konsumenten für mehr Vertrauen werben soll:
- Anbieterkennzeichnung
- Produktinformationen
- Preistransparenz
- Lieferbarkeit
- Übersichtlichkeit des Bestellprozesses
- Finanzielle Sicherheit
- Technische Sicherheit
- Datenschutz
- Widerrufsrecht
- Kundenservice
- Kundenbewertungen
- Gütesiegel
Der Empfehlungskatalog soll in Zukunft durch praktische Beispiele und Erfahrung erweitert werden, damit Online-Händler das richtige Know-how für ihren E-Commerce-Alltag an der Hand haben.
Verfasst von Axel Amthor
am 22. Dezember 2005 unter
Analytics
Der Online-Handel befindet sich noch in den Kinderschuhen, so der Internet-Veteran Joel Ronning von Digital River.
Der Online-Handel befindet sich noch in den Kinderschuhen, so der Internet-Veteran Joel Ronning von Digital River. Seiner Ansicht nach steht die Entwicklung allerdings noch ganz am Anfang: “Die E-Commerce-Branche hat bisher nur ungefähr 20 Prozent Marktreife erreicht. Wir haben deshalb noch einen weiten Weg vor uns.” (E-Commerce Growth Opportunities, E-Commerce Times)
Mit dieser Meinung steht er nicht allein. Auch Jeff Bezos von Amazon sieht den Online-Handel auf einen niedrigen Entwicklungsstand: „Glauben Sie mir, unsere Nachfahren werden uns für unglaublich primitiv halten“. (Always on)
Die E-Commerce-Verantwortlichen in deutschen Unternehmen teilen diese Ansichten, sind aber insgesamt zuversichtlich. In der aktuellen Umfrage von novomind vertreten über 90 Prozent die Ansicht, dass der Online-Handel 2006 gegenüber dem stationären Handel künftig „weiter Marktanteile gewinnen wird”. (Novomind)
Besonders stark im Umbruch ist der traditionelle Versandhandel. Während bislang der Verkauf vor allem per Katalog erfolgte, werden jetzt durch den intensiven Ausbau des Online-Auftritts neue Zielgruppen erreicht. Beispielsweise wird hinter eBay auf Platz Zwei stehende KarstadtQuelle, im Versandhandel verstärkt auf Online-Shopping setzen. Der Konzernchef Thomas Middelhoff teilte vor kurzem mit, dass der Neckermann-Versand künftig in neckermann.de umbenannt wird, denn „Online-Handel ist der Weg zu künftigem Wachstum und Gewinn“.
Durch die neue Unternehmensbezeichnung wird bei dem Konsumenten das Branding der Online-Präsenz gestärkt und die Internet-Suche sehr erleichtert. Für die Kunden ist es selbstverständlich geworden, sich über die neuesten Produkte, Sonderangebote oder Aktionen einfach per Bookmark ganz zeit- und ortsunabhängig online zu informieren, um dann direkt zu bestellen.
>> Exciting Commerce: Die Zukunft des E-Commerce
>> SZOn - Neckermann-Versand wird neckermann.de
Verfasst von Axel Amthor
am 16. November 2005 unter
Analytics
Der E-Commerce entwickelt sich zurzeit prächtig. Das zeigen nicht zuletzt die Unternehmenszahlen, die jüngst E-Bay, Google und Yahoo vorgelegt haben. Vergessen sind die Zeiten, in den jeder bereits vom Ende des Online-Kaufens sprach. Während unsere Wirtschaft in vielen Bereichen zu stagnieren scheint, entwickelt sich das Web-Wachstum mit zwei- bis dreistelligen Raten sehr gut.
Der E-Commerce entwickelt sich zurzeit prächtig. Das zeigen nicht zuletzt die Unternehmenszahlen, die jüngst E-Bay, Google und Yahoo vorgelegt haben. Vergessen sind die Zeiten, in den jeder bereits vom Ende des Online-Kaufens sprach. Während unsere Wirtschaft in vielen Bereichen zu stagnieren scheint, entwickelt sich das Web-Wachstum mit zwei- bis dreistelligen Raten sehr gut.
Im Computerwoche Blog hat man eine einfache Erklärung für die E-Commerce-Entwicklung: Es liege daran, dass hierzulande jeder zweite Bundesbürger inzwischen online gehen kann. Gleichzeitig nutzen immer mehr Deutsche einen breitbandigen Online-Zugang. Dank DSL steigt der Convenience-Faktor für den Online-Käufer.
Doch es liegt auch an den besseren Shop-Angeboten. Inzwischen orientieren sich die Unternehmen sehr viel stärker an den Kundenbedürfnissen und wollen nichts mehr dem Zufall überlassen. Es geht den Shop-Anbietern heute nicht mehr darum, möglichst viel Traffic auf ihre Seiten zu bringen, sondern vor allem darum einen guten Job für ihre Kunden zu machen. Dabei kommt es natürlich darauf an, ständig das eigene E-Commerce-Angebot zu überprüfen und zu optimieren.
Zu diesem Ergebnis ist auch eine etwas ältere Analyse des amerikanischen Online-Vermarktern DoubleClick gekommen, die sicher auch heute noch Gültigkeit hat. Demnach verbesseren sich im E-Commerce zwar die Conversion-Raten deutlich, gleichzeitig werden die Online-Besucher beim Besuch von E-Commerce-Angeboten immer ungeduldiger. Die gestiegenen Abbruchquoten bei den Online-Bestellungen lassen sich noch immer erheblich reduzieren. Das spart Kosten für den Betrieb und schont die Nerven potenzieller Kunden. Außerdem stärkt es den Online-Shop im digitalen Wettbewerb.
>> cw-Blog: Im Netz wird klotzig verdient
>> Marketingman: E-Commerce-Studie von DoubleClick
Verfasst von Axel Amthor
am 23. August 2005 unter
Analytics
Im Vergleich zu ersten Halbjahr 2004 sind die Bruttowerbeaufwendungen im Online-Werbemarkt um 24, 4 Prozent gestiegen. Am stärksten wuchsen dabei die Branchen Online-Dienstleistungen ( 21,8 Prozent), Automarkt (62, 7 Prozent) und Finanzdienstleistungen (40,4 Prozent).
Auch E-Commerce zählte zu den vier werbestärksten Branchen, der Anteil sank aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,5 Prozent. Nach der Studie von Nielsen Media Research erhöhten 34 von 50 „Top-Produktgruppen“ ihre Werbeinvestitionen , 14 davon gar um 100 Prozent. Auch nach der Prognose des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) wird der Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent steigen. Für den Bereich der sogenannten klassischen Online-Werbung rechnet man mit einem Brutto-Umsatz von 490 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung um 27 Prozent. Für die Suchwort-Vermarktung prognostizieren die Vermarkter ein Wachstum von 46 Prozent. Am stärksten würden Affiliate-Netzwerke und semiprofessionell vermarktete Websites erreichen. Quelle: Newsletter Marekting Director vom 2.8.2005
Verfasst von Axel Amthor
am 3. August 2005 unter
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E-Commerce in Deutschland steigt auf 4,6 Mrd. Euro Shopping per Mausklick boomt.
Wiesbaden, 20.10.2004. Wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) am Mittwoch während einer Pressekonferenz im Rahmen des Deutschen Versandhandels-kongresses in Wiesbaden mitteilte, sind in den ersten drei Quartalen 2004 die Internetumsätze mit Waren, also ohne den Bereich der digitalen Dienstleistungen wie etwa Finanzdienstleistungen, Reise- oder Hotelbuchungen, um 28 Prozent gestiegen. Für 2004 rechnet der Präsident des Verbandes, Rolf Schäfer, mit einem Anstieg des E-Commerce in Deutschland auf 4,6 Mrd. Euro (2003: 3,6 Mrd. Euro), das sind 22 Prozent gemessen am gesamten deutschen Versandhandelsumsatz von derzeit knapp 21 Mrd. Euro und etwa 1,5 Prozent gemessen am Umsatz des gesamten deutschen Einzelhandels. Auch für die nächsten Jahre erwartet der Verband weiter steigende E-Commerce-Umsätze; bis 2006 auf einen Wert von 6,5 Mrd. Euro.
Die E-Commerce-Gewinner sind bekannte Namen und Marken aus der Offline-Welt und „First Mover“ im Bereich der pure player. Laut ACTA 2004, der jährlichen Studie des Institut für Demoskopie Allensbach, steht unangefochten auf Platz 1 nach Kundenzahl die Auktions-Plattform ebay, gefolgt nach Plätzen von den Top Ten-Händlern amazon.de, tchi-bo.de, otto.de, quelle. de, weltbild.de, neckermann.de, conrad.de, buch.de, fleurop.de, hei-ne.de. Im Jahr 2003 fanden sich neben ebay exakt dieselben Internetversender auf den 10 Spitzenplätzen. Die inzwischen 22,7 Millionen Internetkäufer bestellen am häufigsten Bücher. Es folgen CDs, Computer, Bekleidung und Schuhe, DVDs und Videos, Telekommunikationsprodukte, Spielwaren, Sportartikel, Haushaltswaren, Unterhaltungselektronik und Einrichtungsgegenstände.
Nach einer Umfrage des bvh unter seinen Mitgliedern trägt das Internet inzwischen überproportional zur Neukundengewinnung im Versandhandel bei. Während im vergangenen Jahr immerhin schon rund 15 Prozent der Neukunden online gewonnen wurden, liegt dieser Wert mittlerweile bei 19,5 Prozent. Fast 22 Prozent der Onlinekunden zählen zu den Unternehmensstammkäufern, bestellen also über mindestens zwei Saisons hintereinander aktiv. Der durchschnittliche Bestellwert der Online-Käufer liegt mittlerweile bei 156 Euro, nur knapp 10 Euro unter dem durchschnittlichen Bestellwert im Katalog.
Die Studie des bvh ergab außerdem, dass inzwischen schon 18,9 Prozent aller Bestellungen im Versandhandel per Internet getätigt werden. Am häufigsten wird aber nach wie vor per Telefon geordert (57,8 Prozent), gefolgt von den schriftlichen Bestellungen per Brief und Fax (20,6 bzw. 2,7 Prozent). Die größte Gruppe der Internetkunden bilden mit fast 30 Prozent die 30 bis 39-Jährigen. Der Anteil der weiblichen Internetkundinnen steigt mit mittlerweile 67 Prozent stetig an und nähert sich langsam dem Katalogbereich mit zur Zeit 78 Prozent.
Seit dem Jahr 2000 sind die E-Commerce-Umsätze von einer Milliarde auf heute 4,6 Milliarden angewachsen. „Beim Internet handelt es sich um einen Vertriebskanal mit ungeheuerem Wachstumspotential“, so bvh-Präsident Rolf Schäfer. „Dieser Vertriebskanal bietet uns ständig neue, schnell anpassungsfähige und damit kostengünstige Gestaltungsmöglichkeiten und wir erreichen gleichzeitig eine sehr junge Zielgruppe, die wir so an die Vertriebsform Versandhandel binden“.
Schäfer sieht viele Vorteile in der Verkaufswelt des Mausklicks. Direkte, kurzfristige Angebotswechsel, unmittelbare Weitergabe von Preisreduzierungen gerade bei technischen Artikeln mit starkem Preisverfall, saisonale Angebote oder Zusatznutzen durch ein umfangreiches Service- und Informationsangebot rund um die angebotenen Produkte. Und auch die Zahl der angebotenen Produkte im Internet ist fast beliebig auf viele Millionen ausdehnbar. Eine solche Fülle von Produkten und auch Informationen in einen Katalog zu drucken, wäre kaum möglich. Zumindest nicht, wollte man dennoch Übersichtlichkeit und ein schöne Anmutung des Kataloges gewährleisten. Beinahe von heute auf morgen können im Internet Angebotsdarstellungen verändert, ergänzt oder ausgetauscht werden. „Damit können wir uns auch flexibler an das ständig sich wandelnde Verbraucherverhalten anpassen“, so Schäfer.
Die deutschen Versandhandelsumsätze insgesamt sind zwischen Januar und September 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum konjunkturbedingt um 4,1 Prozent zurückgegangen. Davon stark betroffen sind die Universalversandhäuser mit einem Minus von 7,3 Prozent, während die Spezialisten 3,9 zulegen konnten. Für das Gesamtjahr erwartet die Branche einen Umsatzrückgang von zwei Prozent auf 20,6 Mrd. Euro ( 2004: 21,0 Mrd. Euro). „Das traditionell starke Weihnachtsgeschäft im Versandhandel sowie die steigenden Umsätze mit den neuen Medien werden die Umsätze in den letzten Monaten noch einmal ankurbeln“, so Schäfer.
Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Branchenorganisation für deutsche Katalog-, Internet- und TV-Versender. Der Verband vertritt seit 1947 die Interessen der Branche, inzwischen sind rund 210 Versender im bvh organisiert. Die deutsche Versandhandelsbranche setzt derzeit knapp 21 Mrd. Euro im Jahr um, davon entfallen 90 Prozent auf bvh-Unternehmen.
Entnommen der Pressemeldung des bhv vom 20.10.2004, http://www.versandhandel.org
Verfasst von Axel Amthor
am 22. Oktober 2004 unter
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