IBM entdeckt die Web Analytics - Bericht von der IOD2010

IBM entdeckt die Web Analytics, ist eine Erkenntnis von der IBM IOD2010. Die IOD2010 - Information OnDemand 2010 bzw. das Business Analytics Forum fand vom 24.10. bis zum 27.10.2010 in Las Vegas im Mandalay Bay Convention Center statt. Auf Einladung von IBM durfte ich der Veranstaltung erstmalig beiwohnen - vielen Dank nochmal an die IBM Media Relation-Abteilung für die Einladung und die hervorragende Betreuung vor Ort.

Kurz die Facts:

  • Mehr als 9.000 internationale Teilnehmer
  • Alleine auf dem Business Analytics Forum knapp 3.000 Cognos- und SPSS-Kunden
  • 600 Technical Education Sessions
  • 110 industry-focused Business- & IT-Leadership-Sessions
  • Mehr als 300 Vortragende
  • Nahezu alle Top Manager der IBM waren vor Ort und standen für Gespräche zur Verfügung
  • Zusätzlich gab es eine EXPO mit ca. 100 Ausstellern, auch mit deutscher Beteiligung

Im Fokus standen natürlich die neuen Produkt-Releases von SPSS, Cognos sowie DB2. Hierzu gab es eine Reihe von Sessions, die in unterschiedlicher Tiefe Einblicke in die Neuerungen gaben. Für mich fast interessanter waren allerdings die General Sessions mit verschiedenen Sprechern der IBM und sehr interessanten Gästen, sowie die Q&A-Sessions mit Beteiligung des IBM-Managements aus den Bereichen Consulting, Business Analytics (Cognos und SPSS), DB2 und ECMS (Enterprise Content Management System).

Die wesentlichen Erkenntnisse aus den  General- sowie Q&A-Sessions:

“IBM entdeckt das Online Marketing” mit all seinen Facetten. Der Konzern sieht eine neue Herausforderung in der Analyse und Datenspeicherung aller Online Daten, wobei ein starker Fokus auf das Thema Social Media gelegt wurde. Im Datenbankbereich dürfte das Thema “Visualization” zukünftig eine noch größere Rolle einnehmen. Für das Handling immer stärker wachsender Datenbestände sieht sich IBM bestens gerüstet.

Eine weitere Erkenntnis der Veranstaltung: Business Intelligence (BI) ist tot - es lebe die Business Analytics. Diese Umbenennung soll den Schwerpunkt stärker auf die Analyse von Daten lenken. Ziel ist es Antworten für die Weiterentwicklung des Unternehmens zu erhalten und von einem reinen Reporting weg zu kommen. Gastredner, wie zum Beispiel die Autoren von Freakonomics, Steven Levitt und Stephen Dubner, oder auch der Moderator und Bauchautor Mark Jeffries, zeigten unterhaltsam auf, wie man aus Daten wertvolle und nutzbare Erkenntnisse gewinnt.

Allerdings dürften so manche Social-Media- und Web-Beispiele der IBM-Vertreter dem Ein oder Anderen “erfahrenen” Web Analysten ein Schmunzeln auf die Lippen gezaubert haben - aus meiner Sicht waren dies Beispiele der täglichen Arbeit, die in diesem Zusammenhang als neue Herausforderungen präsentiert wurden.

Zusammenfassung:

Die IOD2010 war eine extrem gut organisierte Großveranstaltung mit internationaler Beteiligung.

Mein bisheriger Eindruck über das zukünftige Zusammenwachsen der Business und Web Analytics wurde während der Veranstaltung verstärkt. IBM hat sich strategisch gut positioniert und mit den Übernahmen von Coremetrics und Unica belegt der Konzern seine langfristige Ausrichtung: zukünftig dem Online Segment eine größere Rolle zu geben. Diesmal waren noch keine Vertreter von Coremetrics oder Unica mit Veranstaltungen oder Vorträgen auf dem Event anzutreffen, ich erwarte aber, dass sich dies für die IOD2011 ändern wird.

Für uns als contentmetrics ist es spannend, welche Rolle Coremetrics und Unica in der IBM Organisation letztendlich bekommen werden. Die wesentliche Herausforderung, der sich IBM nun stellen muss, ist es, diese verschiedenen Werkzeuge und Lösungen als Bausteine einer Gesamtlösung auf die Straße zu bekommen. Hier wird die Geschwindigkeit der Umsetzung eine wichtige Rolle spielen - den auch der Wettbewerb schläft nicht.

Für die Web-/Business-Analysten gilt weiterhin, immer wieder die richtigen Fragen zu stellen, “quer zu Denken” und neugierig, wissbegierig und kreativ an die Aufgaben heranzugehen.


am 17. November 2010 unter Analytics, Markt

Alles Neu macht der Mai bei Coremetrics

Im Mai hat Coremetrics ihre neue Version “Coremetrics 2010″ vorgestellt und seit 1.Juli ist sie live.  Tatsächlich verdient sie das Prädikat “neu” redlich. Es wurde nicht nur ein bisschen an der Optik gedreht, sondern wirklich das gesamte Produkt vollständig überarbeitet. Für mich sind die Highlights:

  • Vereinheitlichung der Oberfläche von Tools und Analytics
  • Bessere Durchgängkeit von Features wie zum Beispiel der Segmentierung und der Vergleiche
  • Deutlich spürbare Verbesserung der Performance
  • Einführung von Navigations-Tabs und einer “Workbench”
  • Automatisch generierte Insights und Optimierungsempfehlungen
Insights und Tabs in Coremetrics 2010

Insights und Tabs in Coremetrics 2010

Die Rückmeldungen unserer Kunden sind bisher durchwegs positiv. Das liegt daran, dass - soweit ein erster Blick hier ausreicht - nachgedacht und vor Allem an vielen Stellen zu Ende gedacht wurde. Natürlich sind kleinere Anfangsschwierigkeiten bei einer so großen Umstellung unvermeidbar, aber auch hier hat es den Anschein, als ob die Kräfte gut gebündelt sind und für schnelle Abhilfe sorgen.

Einigen Benutzern wird das vertraute Bedienkonzept und ein paar Funktionen aus Analytics 2009 fehlen. Prinzipiell waren Dinge früher ja immer besser, daher wurde von Coremetrics viel unternommen, um den Umstieg so sanft wie möglich zu gestalten. Das erfordert einen großen personellen Aufwand und auch Investitionen. Bei Coremetrics scheint man der Meinung zu sein, dass sich diese Investitionen in die Zukunft lohnen werden. Dieser langfristige Ansatz führt zu zufriedenen Anwendern und die Kunden von Coremetrics können dabei nur gewinnen.

Realtime Overview in Analytics 2010

Realtime Overview in Analytics 2010

Ein Punkt ist mir bei all der positiven Kritik aber doch aufgefallen: Datenhaltung und Export wurden grundlegend umgestaltet und erweitert, leider hat sich an den Import-Möglichkeiten fast nichts geändert. Es ist schade, dass es in der heutigen Zeit nicht möglich zu sein scheint, die Statistik in Coremetrics 2010 umfassend mit notwendigen Offline- und Detail-Daten anzureichern. Darüber sollte Coremetrics nachdenken und auch hier zu Ende denken.

Wenn Sie Coremetrics-Anwender sind, interessiert uns Ihre Meinung zur neuen Version. Welche Erfahrungen haben Sie im Vergleich “Alt gegen Neu” machen können?


am 9. Juli 2010 unter Analytics, Markt

IBM will Coremetrics übernehmen

Erst übernimmt Adobe im letzten Herbst den Web-Analytics-Anbieter Omniture und nun schlägt IBM zu und will Coremetrics übernehmen - die geplante Übernahme soll im Herbst stattfinden. Damit sind zwei der drei großen amerikanischen Web-Analytics-Anbieter vergeben.

Ist hier ein Trend zu erkennen?

Werden die verbleibenden amerikanischen und europäischen Anbieter demnächst mit gleichartigen Meldungen von sich reden machen? Vielleicht.

Eines ist mit Sicherheit festzuhalten. Das Wissen, wie Nutzer im Web agieren, scheint ein wertvolles Gut für Unternehmen wie Adobe, IBM, Yahoo und Google zu sein - allen Firmen gemeinsam ist ein leistungsfähiges Web-Analytics-System.

Vergleichen wir kurz die Ziele der Übernahmen:

  • Adobe/Omniture: Aus meiner Sicht war hier die Prämisse, einen neuen Markt für Adobe zu erschließen. Adobe bediente zwar die Kreativen im Web und hatte auch vor der Übernahme schon Kooperationen, aber keinen eigenen Zugang zu dem Markt für Web Analytics. Diesen soll Omniture mit seiner Suite für Adobe öffnen. So hat sich dann bei der Übernahme von Omniture durch Adobe der ganze Markt gefragt, wo die wirklichen Synergien liegen können. Diese Synergien liegen in der technischen Ebene bei der Integration im Frontend. Flash verbreitet sich als Quasi-Standard und die Integration der Tracking-Lösung von Omniture am Arbeitsplatz der Kreativen ist sicherlich ein Schritt, diese Zielgruppe näher an den Web-Analytics-Markt zu holen.
  • IBM/Coremetrics: Diese Übernahme macht aus meiner Sicht sehr viel Sinn. Coremetrics und IBM sind schon seit Jahren Partner und bieten eine integrierte Lösung mit IBM WebSphere Commerce und  Coremetrics Web Analytics. Die Vorteile für den Kunden könnten integrierte Systeme und eine 360°-Sicht auf die Kundendaten sein. Die Integration in den Backend-Systemen würde den Kunden in die Lage versetzen, eine betriebswirtschaftliche Betrachtung aller online- und offline-Marketing-Aktivitäten zentral vornehmen zu können. Die Integration der Daten aus Coremetrics in die CRM- und BI-Welten von IBM (Cognos, DB2) würde Web-Analytics näher ans Management und ans Controlling innerhalb der Unternehmen heranbringen.

Ich sehe hier zwei verschiedene Ansätze zu möglichen Synergien mit ganz unterschiedlichen Zielsetzungen. Es bleibt abzuwarten, wie der Markt dies bewertet und die Kunden dies annehmen.

War die Übernahme vorauszusehen?

Sicherlich kommt die Übernahme für den Web-Analytics-Markt sehr überraschend. Insbesondere, da Coremetrics in den vergangen Monaten vermutlich einen hohen Aufwand betrieben hat, um ein neues Release ihrer Web-Analytics-Lösung auszurollen. Die Bindung von Ressourcen und Kapital im Vorfeld bzw. parallel zu den Übernahmeplanungen ist nicht alltäglich und zeugt von der Stärke des Unternehmens (Coremetrics) und der Weitsicht von IBM.

Wer profitiert von der möglichen Übernahme?

Mit Sicherheit die privaten Investoren von Coremetrics, aber ich denke auch die rund 230 Mitarbeiter weltweit. IBM bietet Sicherheit und neue finanzielle Kraft für die Weiterentwicklung der Coremetrics-Lösung. Letztendlich werden jedoch die Coremetrics-Kunden von der Möglichkeit einer ganzheitlichen Analyse-Umgebung am meisten profitieren.

Vielleicht bietet sich damit auch für Coremetrics Deutschland die Chance aus dem Schatten der anderen amerikanischen Anbieter heraus zu treten. Einer der naheliegenden Synergieeffekte ist der starke IBM-Vertrieb, der die Coremetrics-Lösung im Portfolio mit den Standardlösungen von IBM abgerundet an Bestandskunden in den Bereichen Handel und Finanzdienstleistung anbieten kann.

Wie geht es weiter?

Wer vor einigen Jahren den Markt für Content-Management-Systeme beobachtet hat, wird nicht ganz überrascht sein. Ähnlich wie Anfang 2000 bei den CM-Systemen ist nun auch der Markt für Web Analytics in einer Konsolidierungsphase. “Freie” Targets für M&A-Aktivitäten sind derzeit noch Webtrends, Unica, AT Internet und eine Reihe von europäischen Anbietern, allen voran sicherlich Webtrekk. Wie sehen andere Beobachter die Entwicklung in der nahen Zukunft? Ich würde mich freuen, Ihre Prognosen kennen zu lernen.


am 16. Juni 2010 unter Analytics, Markt
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contentmetrics schließt Partnerschaft mit Coremetrics

contentmetrics konnte sein Portfolio um die Produkte von Coremetrics erweitern.

Die neue Partnerschaft baut das Alleinstellungsmerkmal von contentmetrics als unabhängiges Beratungshaus für Web Analytics aus.

Als einziges Unternehmen in Deutschland verfügt contentmetrics über zertifiziertes KnowHow von führenden Herstellern, so auch jetzt von Coremetrics.

Mehr Infos unter “Technologiepartner


am 30. November 2007 unter Analytics