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In der Web-Analytics-Branche entsteht gerade ein “Prüfsiegel-Trend”: Der Toolhersteller Webtrekk wirbt neuerdings mit dem “TÜV Siegel für vorbildlichen Datenschutz” für seine Software Q3. etracker lockt mit seinem selbst entworfenen Bundesdatenschutzgesetz-Siegel (”100% BDSG konform”). Und auch WiredMinds geht mit einem TÜV-Datenschutz-Zertifikat an die Öffentlichkeit. Mal sehen, wer als nächstes mit einem Zertifikat auf sich aufmerksam machen will.
Ursache für diesen Trend ist wohl die aktuelle Datenschutz-Debatte, in der vor allem der Datenmissbrauch mit IP-Adressen angeprangert wird. (Mit IP-Adressen könnte man anonyme Daten, die aus der Web Analytics gewonnen werden, Personen zuordnen - was aber verboten ist.) “Die jüngsten Diskussionen über Datenschutz im Internet haben in der Gesellschaft zu großer Verunsicherung geführt und teilweise berechtigte Ängste geschürt. Wir nehmen dieses Thema sehr ernst und wollen nun im Rahmen unserer Möglichkeiten einen Beitrag dazu leisten, wieder mehr Vertrauen zu schaffen”, beteuert etwa Christian Sauer, Geschäftsführer der Webtrekk GmbH.
Die Hersteller von Webanalyse-Tools versuchen, die Unbedenklichkeit ihrer Produkte herauszustellen. Potentielle Kunden sollen den Eindruck gewinnen, dass sie mit diesen Produkten nichts falsch machen können. Webtrekk etwa versichert, dass die Kundendaten, die Webtrekk für eine Analyse des Nutzerverhaltens erhebt, anonymisiert und nach der Auswertung umgehend wieder gelöscht würden.
Dass sich Webtrekk einer TÜV-Prüfung unterzieht, ist natürlich lobenswert. Dennoch muss gefragt werden: Um welche Definition von “Datenschutz” geht es hier eigentlich? Bei genauerer Betrachtung wird klar: Es geht nicht um den aktuell so erhitzt diskutierten “Schutz vor Datenmissbrauch”. Denn eine Web-Analytics-Software kann schlichtweg nicht die Verantwortung dafür übernehmen, dass während ihrer Anwendung das Gesetz eingehalten wird: Es ist immer der Anwender, der die Gesetze bricht! Und das geht, nebenbei bemerkt, auch ohne IP-Adressen. Hierzu haben wir bereits den Blogbeitrag “Datenschutz in der Web Analytics - ein brandheißes Thema?” veröffentlicht.
Das bedeutet: Käufer von Tools, die mit einem Prüfsiegel ausgezeichnet wurden, sind nicht automatisch davor geschützt, dass sie - wissentlich oder unwissentlich - den Datenschutz verletzen.
Ein Prüfsegel ist also keine Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Toolanwender. Wer sicher gehen will, dass seine Web-Analytics-Projekte gesetzeskonform sind, sollte sich Expertenrat holen, idealerweise von einem Medienrechtler und einem Datenschutzexperten.
Dennoch: Das TÜV-Siegel für das Webtrekk-Tool bestätigt eine andere - ebenfalls sehr sinnvolle - Art des Datenschutzes: Es besagt, dass die Daten beim Hersteller sicher aufgehoben und vor fremden Zugriff geschützt sind. Das ist vor allem für Kunden mit extrem sensiblen Daten, etwa Finanzdienstleister, ein sehr bedeutender Hinweis!
Wenn es also um das Bestätigen der Datensicherheit geht, können solche Prüfsiegel durchaus sinnvoll sein - nicht aber als Garant für Gesetzeskonformität. Aus unserer Sicht dienen die Zertifikate derzeit vor allem einem Zweck: Sie dienen den Herstellern als PR-Mittel, um von der aktuellen Themenwelle zu profitieren.
Verfasst von Axel Amthor
am 27. Januar 2010 unter
Markt
Eigentlich sollte es eine Studie über die Webanalyse-Aktivitäten der österreichischen Wirtschaft sein - doch die Wiener Unternehmensberatung e-dialog hat sich zudem die Mühe gemacht, in ihrem “Webanalyse-Report Österreich 2009″ die 30 Dax-Unternehmen Deutschlands mit zu untersuchen.
Heraus kamen zahlreiche interessante Ergebnisse über beide Märkte: So nutzen DAX-Unternehmen laut e-dialog häufiger als österreichische ATX-Unternehmen Tools der gehobenen “Enterprise-Klasse” - doch dafür betreiben diese wiederum mehr Webanalyse.

Quelle: "Webanalyse-Report Österreich 2009", e-dialog
Zudem sind die Deutschen in der Tracking-Aufklärung weitaus aktiver - nur rund jedes fünfte der untersuchten Dax-Unternehmen weist seine Tracking-Tools nicht aus. Bei den ATX-Unternehmen hingegen sind es knapp die Hälfte. Auch in der Anwendung von Google Analytics (GA) gibt es deutliche Unterschiede: Rund 40 Prozent der ATX-Unternehmen setzen GA ein - in Deutschland ist es laut Studie nur ein Nutzer: Volkswagen. “Beides ist auf das hohe Augenmerk, das der Datenschutz in Deutschland genießt, zurückzuführen”, so ein Fazit e-dialogs.
Diese Web-Analytics-Tools kommen nach e-dialog in den Dax-Unternehmen zum Einsatz:

Auch die Top-100-Unternehmen Österreichs nahm e-dialog unter die Lupe. Wesentliche Ergebnisse:
- 44 Prozent der Top-100-Unternehmen Österreichs betreiben keine Webanalyse.
- Nur 14 Prozent nutzen Tools der gehobenen Enterprise-Klasse und haben somit perfekte Analyse-Möglichkeiten.
- Große Mängel gibt es bei Datenschutz und Privacy: Nur gut die Hälfte klärt die Besucher über das Tracking auf (zum Beispiel in Impressum, Datenschutzinfos, Nutzungsbedingungen). Immerhin: Im Vergleich zu 2008 ist das eine Verbesserung um 20 Prozent.
- Rund ein Drittel nutzt Google Analytics, doch nur die Hälfte davon halten sich an die Nutzungsbedingungen und weisen den Einbau des Tools aus.
- Von den analysierten Banken setzen 72 Prozent Webanalyse-Tools ein, doch nur knapp die Hälfte davon klärt die Nutzer entsprechend auf.
- In der Automobilbranche arbeiten drei Viertel mit Web Analytics und die nötige Aufklärung der Nutzer ist mit 89 Prozent überdurchschnittlich hoch. Interessant: Vier der 12 untersuchten Automobilhersteller betreiben für ihre österreichischen Websites eigene Webanalyse-Entwicklungen.
Den “Webanalyse-Report Österreich 2009″ stellt e-dialog auf seiner Website zum kostenlosen Download zur Verfügung (nach Registrierung).
Einen ungewöhnlichen Geschäftstermin hatten Axel Amthor und ich am vergangenen Freitag: Wir besuchten den integrativen Kindergarten des St. Josefs-Heims in München. Dort machten wir ausnahmensweise keine Web-Analytics-Beratung, sondern brachten einen Spendenscheck vorbei:

Denn das contentmetrics-Team wird in diesem Jahr auf Weihnachtskarten und Geschenke an Kunden und Partner verzichten. Stattdessen haben wir uns entschlossen, diesen Kindergarten mit einer Spende zu unterstützen. Insgesamt 84 Kinder werden in der Einrichtung des St. Josefs-Heims betreut, zwei von den vier Gruppen sind “integrativ”. Das bedeutet: Behinderte und nichtbehinderte Kinder besuchen den gleichen Kindergarten und lernen auf diese Weise das selbstverständliche Miteinander. Diese tolle Arbeit wollen wir unterstützen! Die Kindergartenleitung und die Kinder freuten sich über die Spende: Sie wollen damit Spielzeug für drinnen und draussen kaufen.
Wir wünschen unseren Kunden, Geschäftspartnern und -freunden ein frohes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und einen guten Rutsch! Wir freuen uns auf das gemeinsame nächste Jahr und auf viele spannende Projekte.
Verfasst von Melanie Schmid
am 17. Dezember 2009 unter
Markt
Kein Zweifel: Das Interesse der Unternehmen, mit A/B/n-Tests und multivariaten Tests (MVT) ihre Online-Präsenz zu optimieren, steigt. Doch vielen fällt es schwer, solche Tests erfolgreich zu implementieren und durchzuführen, stellt Forrester in der Marktanalyse “The Online Testing Vendor Landscape” fest. John Lovett, scheidender Senior Research Analyst bei Forrester, nennt drei Hindernisse, die das Testing in Unternehmen erschweren:
- distanzierte Marketer, die sich von den Testmethoden abgeschreckt fühlen
- zu starre Arbeitsabläufe
- mangelnde Verantwortlichkeiten
Lovetts Analyse deckt sich mit unserer Erfahrung. Die Folgen dieser Hindernisse sind mangelhafte A/B und multivariate Tests, weil sie weder strategisch noch operativ geplant und durchgeführt werden. Deshalb sind Unternehmen, die noch keine Expertise entwickelt haben, gut beraten, externe Hilfe einzuholen - zumindest bei der Einführung solcher Tests! Dass sich das rechnet, belegt Forrester mit folgender Grafik:
Steigerung der Erfolgsrate mit externer Beratungsleistung (hellblau) und ohne (dunkelblau):

Was alles schief gehen kann, wenn die Testing-Erfahrung fehlt, zeigt ein aktuelles Beispiel: Eine Kfz-Versicherung begann in Eigenregie Ende September einen A/B/n multivariaten Test: Während einer Laufzeit von sechs Wochen sollte die Konversion von sechs Landingpages-Varianten geprüft werden. Das Ergebnis nach diesen sechs Wochen: Es gab einen Sieger, einen Zweitplatzierten und vier abgeschlagene Rezepte. Aufgrund dieses Ergebnisses nahm der Anbieter die vier erfolglosen Varianten aus dem Test, um das Ergebnis eine Woche lang erneut zu überprüfen. Das Ergebnis: Der vorhergehende Sieger rutschte ab auf Platz zwei, der Zweitplatzierte landete auf Platz eins. Der Grund: Alle Besucher der ersten sechs Wochen, die die vier erfolglosen Varianten gesehen und nicht zur Konversion beigetragen haben, wurden in der zweiten Testrunde auf das Default-Rezept geleitet - dem Zweitplatzierten aus dem ersten Testlauf. Dieser bekam also die gesamte Konversionsleistung aller anderen Varianten zugeordnet und landete auf diese Weise auf Platz eins.
Wie so häufig bekamen wir auch in diesem Fall zu hören: “Das Tool misst falsch!” Fakt aber war: Das Tool funktionierte bestens. Das Vorgehen (der Marktingabteilung) war falsch.
Was hätte das Unternehmen stattdessen tun sollen?
- Es hätte den ersten Test vollständig beenden und einen völlig neuen A/B Test mit jenen Probanden aufsetzen müssen, die im ersten Lauf nur das erst- oder zweitplazierte Rezept gesehen haben oder gar nicht teilgenommen haben. Alle anderen Probanden aus dem früheren Test hätte man ausschließen müssen, denn sie waren “verbrannt”. So ist der Test wertlos und die nächste Chance zum Testen gibt es erst wieder in 12 Monaten.
- In einer langen Zeitspanne muss man auch mit einem Verhaltenswechsel der Website-Besucher rechnen: Kfz-Versicherungen sind für sie zwischen September und dem Wechsel-Stichtag 30. November interessant, Man kann also davon ausgehen, dass sich der Besuchsgrund zwischen Anfang September (Informationssuche) und Ende November (noch auf die Schnelle den Kfz-Versicherer wechseln) drastisch ändert. Und diese Unterschiede in der Besuchsmotivation verfälschen das Ergebnis.
- Es ist prinzipiell von Vorteil, wenn man zu Beginn mit A/B Tests erste Erfahrungen sammelt und dann die Testmethoden sukzessive verfeinert.
Forrester stellt in seinem Draft einige Testing-Tools vor und zeigt: Auch günstige Tools warten mit einem guten Leistungsumfang auf. Mit diesen in Deutschland erhältlichen Tools können diese Tests durchgeführt werden: Webtrends, Omniture, Autonomy, Maxymizer und Vertster (das wir exklusiv vertreiben).
Forresters Leistungsumfangs-Ranking
- Autonomy, Maxymizer
- OMTR
- Vertster, Webtrends
Forresters Produktpreis-Ranking:
- Vertster
- Webtrends
- OMTR
- Autonomy
Ab sofort ist contentmetrics exklusiver Vermarkter von Vertster, einem Tool für A/B und multivariate Tests des US-Unternehmens U-Pro, in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zudem unterstützt contentmetrics die Anwender des Produkts im D/A/CH-Gebiet durch Consulting und Support-Dienstleistungen.
Wir sind sehr stolz auf die Zusammenarbeit mit U-Pro, denn Vertster ist eine extrem leistungsstarke SaaS-Lösung (Software As A Service, ASP), mit der Websites optimiert und die Marketingeffizienz erhöht werden kann. Daher stellen wir Vertster in diesem Blogbeitrag näher vor:
Vertster bietet standardmäßig folgende Testvarianten an:
- Baseline Testing
- URL Split-Testing
- A/B Split-Testing
- Multivariates Testing mit und ohne Taguchi Methodik
Vertster lässt sich ohne kompliziertes Programmieren leicht in Websites integrieren. Somit können Online-Marketing und Product-Management selbstständig - also unabhängig von IT-Ressourcen und Website-Deployments - Kampagnen steuern und beliebige Website-Inhalte und Rezepte austauschen.

Vertster ist mandantenfähig und eignet sich daher für Agenturen, die im Auftrag ihrer Kunden mehr Effizienz im Marketing erreichen wollen. Zudem können Agenturen das User Interface von Vertster ihrem Corporate Design anpassen.
Die Abrechnung erfolgt auf Basis der Testteilnehmer (Unique Visitors) - und nicht wie bei vergleichbaren Produkten nach Anzahl der ausgelieferten Rezeptseiten (Pageviews) und Werbemittel. Anwender, Betreiber und Marketiers können dadurch im voraus wesentlich genauer kalkulieren.
Für alle Interessenten, die Vertster kennenlernen möchten, bietet contentmetrics Leistungspakete für kurze Zeiträume und kleine Volumina in kalkulierbaren Modellen an. Erste Produktinformationen sind verfügbar über www.vertster.eu oder treten Sie direkt mit uns in Kontakt.
Übrigens: Der Name “Vertster” setzt sich zusammen aus den Begriffen “conVERT und teSTER“.
Die neue Kongressmesse dmexco hat ihre Premiere gut gemeistert. Vor allem am ersten Tag waren die Flure sowie viele Seminare und Vorträge bestens besucht. Auch auf unserem Gemeinschaftsstand, den wir mit explido und Oxid eSales hatten, herrschte reger Betrieb - vor allem am ersten Tag. Melanie Schmid und ich waren durchgehend in Gesprächen, mit Bestandskunden und neuen potenziellen Kunden. Wir bedanken uns bei allen Interessenten für ihren Besuch und entschuldigen uns bei jenen, mit denen wir uns wegen des großen Andrangs nicht unterhalten konnten. Selbstverständlich stehen wir auch nach der Messe gerne für Gespäche zur Verfügung und freuen uns über jede nachträgliche Kontaktaufnahme.

dmexco contentmetrics-Stand
Unser Fazit: Wir sind mit der ersten dmexco zufrieden. Ihr ist es gelungen, die OMD nahtlos weiterzuführen und bestimmt werden wir im nächsten Jahr wieder dabei sein. Folgende Punkte, beziehungsweise Verbesserungsvorschläge sind uns aufgefallen:
Die Messestruktur: Die Laufwege mit den breiten Hauptgängen haben gut funktioniert. Allerdings muss man abwarten, ob das so bleibt, sollte eine zweite Halle dazukommen. Wir erinnern uns: Die OMD hatte mit zwei Hallen nicht viel Fortune gehabt. Kritikpunkt: Die dunkelgrauen Systemstände in Köln sind nicht optimal, denn sie lassen kleinere Aussteller noch kleiner aussehen. Hier gibt es aus meiner Sicht Handlungsbedarf - immerhin lebt die Messe nicht nur vom OVK.
Die Besucher: Aus meiner Sicht war die erste dmexco eine Insidermesse, wie schon die OMD. Es sind mehr “Fischer als Fische” unterwegs. Dies in den kommenden Jahren zu ändern, ist aus unserer Sicht eine wichtige Aufgabe der Koelnmesse und der dmexco-Aussteller.
Guided Tour: Am ersten Tag hatte ich das Vergnügen, die Guided Tour “Multichannel” zu führen. Bereits Tage vor der Messe waren alle Guided Tours ausgebucht. Die Teilnehmer wurden am BVDW-Stand mit Headsets ausgestattet, der Guide leider nur mit einem Mikrofon, ohne Headset - das sollte man beim nächsten Mal ändern, damit auch der Tour Leader die Vorträge der Referenten gut mitbekommt und im Anschluss mit Fragen eine Diskussion anregen kann. Die Tour umfasste folgende Stationen: Start beim BVDW - SoQuero - Burda Direkt - T-Systems Multimedia Solutions - und last but not least Elephant Seven. Weil auf allen Stationen verschiedene Schwerpunkte im Segment “Multichannel” zu sehen waren, war es eine sehr interessante und sehr kurzweilige Tour. Die Tour-Teilnehmer haben in kurzen Vorträgen die wesentlichen Leistungen des jeweiligen Unternehmen erfahren und konnten Fragen stellen. Die Teilnehmer der Tour setzten sich zu gut einem Drittel aus Endkunden namhafter Unternehmen zusammen sowie Agenturen und Freelancern. Hierbei waren in der Regel Projektleiter aber auch das mittlere Management und Geschäftsführer vertreten. Das Feedback der Teilnehmer war insgesamt positiv, daher wäre es gut, wenn der BVDW auch im nächsten Jahr diesen Service anbieten würde.
Die Koelnmesse wird nach ihrem gelungenen dmexco-Start bestimmt viele Anregungen bekommen, wie sie die Messe optimieren kann. Wir sind gespannt, welche davon sie im nächsten Jahr umsetzen wird.
Am zweiten Messetag hielt ich den Vortrag “Messen, Testen und Handeln” im Seminarraum 4. Gut 60 Teilnehmer (ca. zwei Drittel der Plätze) hatten sich eingefunden - eine gute Zahl, denn der zweite Messetag war deutlich schwächer besucht. Die Kernaussage meines Vortrags war, dass Web Analytics ohne sauber abgebildete Prozesse und ohne am Geschäftsfall orientierte Analysen nur wenig, beziehungsweise keinen Mehrwert für das Unternehmen liefert. Leider wird in vielen Firmen nur ein Reporting von Standardmetriken betrieben, die den Nutzen für den Einzelnen in seiner Rolle / Funktion nicht erkennen lassen. Daher werden viele versendete Dashboards und Berichte ungeöffnet in einen Ordner verwaltet. Leider eine Wahrheit, die mir in vielen Seminaren bestätigt wird. Nach dem Vortrag entwickelte sich noch eine angeregte Diskussion. Die Präsentation kann ab Mitte der Woche auf www.contentmetrics.de heruntergeladen werden.
Verfasst von Thomas Brommund
am 29. September 2009 unter
Markt
AT Internet, ein französischer Hersteller von Web-Analytics-Lösungen, nutzt die Kongressmesse dmexco zum Launch Ihres Tools “Analyzer NX“, die Nachfolgerversion von “Xiti Analyser II” (NX steht für New eXperience). Die neue NX-Oberfläche soll mehr Möglichkeiten beim Erstellen personalisierter Dashboards, mehr Performance und Segmentierungen per Drag-and-Drop bieten. Der offizielle Start für soll der 29. September 2009 sein.
Laut AT Internet bietet AnalyzerNX folgende Neuerungen:
- Das Tool bereitet die Analysedaten nun schneller auf und lädt lediglich aktualisierte Elemente neu.
- Die neue Oberfläche, Digital WorkspaceNX, soll für eine flexible und effiziente Nutzung der Analysen und einen raschen Informationszugang sorgen und soll umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten wie personalisierbare Dashboards und individuelle Ansichten bieten.
- Anhand definierbarer Filter lassen sich die gewünschten Daten abrufen. Mithilfe von Heat-Map-Grafiken ist die dreidimensionale Darstellung einer Queranalyse mit zwei Indikatoren möglich.
- Das Segmentierungsmodul ermöglicht die Erstellung von Segmentanalysen per Drag-and-Drop und die Ansicht von Segmentüberschneidungen.
- Die Analysedaten lassen sich über verschiedene Schnittstellen (APIs) in andere Systeme importieren und per Mausklick (Copy/Paste) in Microsoft-Office-Anwendungen wie Power Point oder Word einfügen.
- Via SMS oder E-Mail meldet AnalyzerNX signifikante Traffic-Abweichungen, so dass im Fall von ServerÜberlastungen schnell reagiert werden kann.
Wer die dmexco besucht, kann sich selbst einen Eindruck auf dem Stand von AT Internet verschaffen (Halle 8 Stand B20). contentmetrics, übrigens ebenfalls auf der dmexco vertreten in Halle 8 Stand F070 F074, wird sich die neue Version anschauen und nach der dmexco auf smartmetrics berichten.
Der AT Internet Country Managers DACH Timo von Focht verspricht in der Pressemeldung: „Dank der neuen Digital-WorkspaceNX-Benutzeroberfläche können wir unseren Kunden eine Plattform bieten, die die Analyse Ihrer Online-Performance zum Erlebnis macht“. Ein Schelm, wer sich bei dieser Äußerung etwas Böses denkt ;-)
Verfasst von Thomas Brommund
am 22. September 2009 unter
Markt
Der Berliner Web-Analytics-Tool-Anbieter Webtrekk wird auf der dmexco, Halle 8 Stand C025/D024, seine aktuelle Version “Webtrekk Q3” vorstellen.
Die Neuerungen sind laut Anbieter:
- Wizards für A/B- und Multivariates Testing: A/B- und Multivariate Tests können schnell erstellt werden. Auf Wunsch wird am Ende des Tests automatisch die beste Variante geschaltet. Hierdurch soll das Ziel bzw. die Konversion einer Website deutlich positiv beeinflusst werden.
- Erweiterte SEO-Analysen bieten Zugriff auf Kennzahlen, die dazu dienen, Suchbegriffe auszuwerten, die Suchmaschinenoptimierung zu vereinfachen und Informationen über Konkurrenzseiten zu erlangen. So ist es möglich, die Entwicklung von Suchbegriffen schnell zu erfassen und dieses Wissen in eine optimierte Kampagnensteuerung und Seitengestaltung einfließen zu lassen. Die automatische Potentialanalyse gibt Auskunft über bisher nicht genutzte Chancen in diesem Bereich.
- Der Kampagnen-Wizard soll das Anlegen von Kampagnen vereinfachen und in vier Schritten zur trackbaren Kampagne führen.
- Mit dem neuen Screenshot-Tool lassen sich täglich automatisch Screenshots erstellen und archivieren. Der Screenshot kann auch inklusive segmentierter Heatmap und Browser-Overlay erstellt werden.
- Weitere Neuheiten: Webtrekk-Table-Builder, Nutzung beliebiger externer Daten (zum Beispiel Wetter- oder Wirtschaftsdaten), Import alternativer Zeitintervalle, Vorschlagsfunktion in der Filterengine, komplette Google-Adwords-Synchronisation.
Um das neue Produkt prüfen zu können, bietet Webtrekk zur dmexco einen 60 Tage langen, kostenlosen Test. In dieser Zeit gibt es den vollen Leistungsumfang von Webtrekk Q3 und kostenlosen Mail- und Telefonsupport durch Webtrekk. Es entsteht keine Einrichtungs- oder Setupgebühr.
Dieses “dmexco-Testpaket” gibt es auf unserem contentmetrics-Stand auf der dmexco, Stand Halle 8 F070 / F074. Um den Test so erfolgreich wie möglich werden zu lassen, bietet contentmetrics ein Starterpaket “Web Analytics Best Practice” nach Branchen an. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Verfasst von Thomas Brommund
am 22. September 2009 unter
Markt
Das Überraschende an dem Deal wäre* die Zusammensetzung der Unternehmen: Einerseits Omniture mit einem weltweit führenden Angebot für Saas (Software as a Service) und sicherlich der Marktführer in Web Analytics und andererseits Adobe mit einem weltweiten Angebot an Kauflizenzen im Bereich Publishing und Content Creation. So sucht man verzweifelt nach Synergien. Aber vielleicht wäre dies ja genau der Grund für den Deal: dass es keine Synergien gibt - weil die Angebote nicht synergetisch sind, sondern komplementär zusammenpassen? So sieht es auch Forrester in seinem Blog:
“Here is Forrester’s take on what it means:
- Measurement becomes embedded within Interactive media. This acquisition has the potential to embed measurement technologies into a burgeoning landscape of interactive media. Adobe’s content creation tools are widespread and this acquisition now provides the opportunity for both developers and content creators to use a measurement tool that is inherent to the development platform.
- Web content management solutions have a new challenger. Adobe has a strong workflow and process management background that is typically disjointed from the online optimization efforts. Bringing these companies together creates the potential for enabling native tagging during content creation; coupled with run time delivery; followed by optimization tactics for continuous improvement.
- Advertising and onsite measurement potentially share a roof. Advertisers and publishers use disparate tools to measure and reconcile visitors and impressions. Publishers need help monetizing content by understanding how it is consumed by visitors; while advertisers struggle to place relevant as in front of a targeted audience. If these two entities begin to share a common platform for measurement, then analysis and optimization align.
- Adobe gains a recurring revenue stream. The revenue models for these organizations are different. Adobe largely sells licensed software, which was down 30% this quarter and hurting from the current economy. While Omniture delivers software as a service, thus Adobe gains a SaaS based recurring revenue model.”
Die Frage ist, welches Ziel Abobe mit der Übernahme verfolgt: Adobe zahlt einen - aus unserer Sicht völlig überzogenen - Preis von 1,2 Milliarden Euro für ein Unternehmen, dass die letzten vier Jahre nicht ein einziges Quartal ein positives EBITDA abgeliefert hat und zudem teilweise noch mit operativen Verlusten kämpft. Auf der anderen Seite berichtet die FTD, Omniture solle bereits im nächsten Jahr einen Gewinn beisteuern. Was bedeutet dies für den weltweiten Headcount? Es kann vermutlich davon ausgegangen werden, dass dort kräftig eingespart wird. Und es lässt vermuten, warum Omniture seine Aktivitäten rundum das europäische Rechenzentrum in Amsterdam wieder einschlafen lässt.
Wir sind an Ihrer Meinung interessiert, was sagen Sie zu dem Deal?
>> Forrester Blog
>> offizielle Meldung Adobe
>> offizielle Meldung Omniture
Kommentare auf
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>> BlogZwoNull
>> Reuters
*(noch ist der Deal nicht durch die SEC genehmigt, daher immer “wäre” oder “wollen”, auch wenn Omniture rd. 64 Mio$ Strafe zahlen müsste, wenn der Deal wieder platzen würde.)
Verfasst von Axel Amthor
am 16. September 2009 unter
Markt
Adobe will Omniture übernehmen - gelesen heute morgen in der Financial Times Deutschland:
Der US-Softwarehersteller Adobe Systems will den Internetanalyse-Spezialisten Omniture für 1,8 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro) übernehmen. Adobe bietet den Omniture-Aktionären je Anteilsschein 21,50 Dollar in bar. Darauf hätten sich beide Seiten geeinigt, teilten die Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mit.
Die Wettbewerbshüter müssen dem Kauf noch zustimmen. Er soll bis Ende November abgeschlossen werden. Bereits im nächsten Jahr soll Omniture zum Gewinn von Adobe beitragen.
Adobe mit Sitz im kalifornischen San Jose ist der führende Anbieter von Grafik-Design-Software wie Photoshop oder Adobe Acrobat. Omniture aus Orem (Utah) ist ein Software-Spezialist unter anderem für Daten zu Websites.
Das ist sicherlich eine Überraschung! Auch wenn man Omniture immer mal wieder im Zusammenhang mit einer Übernahme durch das eine oder andere Unternehmen gesehen hat, so ist, zumindest für mich, Adobe eine große Überraschung.
Es wird sicherlich spannend zu beobachten, inwieweit sich mögliche Synergien aus WA-Sicht ergeben, wie z. B. eine integrierte, verbesserte Messung in Flash-Applikationen und das Zusammenführen der Clientseitigen und Servseitigen Teile von Web Analytics.
Inwieweit sich weitere Geschäfts-Vorteile aus dem möglichen Deal ergeben, kann ich nicht abschätzen. Aber die Geschäftsmodelle der beiden Organisationen scheinen doch ziemlich unterschiedlich zu sein. Da müssen wir wohl abwarten, bis sich die beiden Unternehmen “sortiert” haben.
Es bleibt weiterhin spannend im Markt für Web Analytics.
Verfasst von Thomas Brommund
am 16. September 2009 unter
Analytics,
Markt
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