Beiträge in der Kategorie "Analytics"

Deutsche Telekom AG nutzt AT Internet

Der Französische Web Analytics Anbieter AT Internet gewinnt mit der Deutschen Telekom AG ein echtes Online Schwergewicht. Dieser Auftrag dürfte dem technologisch eher im Midrange angesiedelten Web Analytics Anbieter AT Internet Auftrieb geben für das deutsche Geschäft.

Laut eigener Pressemeldung überzeugte AT Internet in der Auswahlphase durch ihre Webanalyse-Lösung AnalyzerNX und das Social Media Monitoring Tool BuzzWatcherNX, sowie speziell auf den Bedarf von Medienportalen ausgerichtete Analysen und Funktionen, die eine einfache Darstellung und Segmentierung des portalübergreifenden Datenstroms (Traffic) ermöglichen. Hinzu kommt eine einfache und schnelle Implementierung der Datenschutz-geprüften Lösung und die hohe Einsatzbereitschaft und professionelle Betreuung während der Testphase. Das umfassende Service-Angebot zu fairen Konditionen rundete die Entscheidung ab.

AT Internet gehört sicherlich noch nicht zu den technologisch führenden Unternehmen hinsichtlich der Analysemöglichkeiten, wie beispielsweise ein WebTrends, Coremetrics oder Omniture, trotzdem hat AT Internet die Deutsche Telekom AG überzeugen können - also scheint letztendlich das Preis-/Leistungsverhältnis gestimmt zu haben.


am 26. August 2010 unter Analytics

Alles Neu macht der Mai bei Coremetrics

Im Mai hat Coremetrics ihre neue Version “Coremetrics 2010″ vorgestellt und seit 1.Juli ist sie live.  Tatsächlich verdient sie das Prädikat “neu” redlich. Es wurde nicht nur ein bisschen an der Optik gedreht, sondern wirklich das gesamte Produkt vollständig überarbeitet. Für mich sind die Highlights:

  • Vereinheitlichung der Oberfläche von Tools und Analytics
  • Bessere Durchgängkeit von Features wie zum Beispiel der Segmentierung und der Vergleiche
  • Deutlich spürbare Verbesserung der Performance
  • Einführung von Navigations-Tabs und einer “Workbench”
  • Automatisch generierte Insights und Optimierungsempfehlungen
Insights und Tabs in Coremetrics 2010

Insights und Tabs in Coremetrics 2010

Die Rückmeldungen unserer Kunden sind bisher durchwegs positiv. Das liegt daran, dass - soweit ein erster Blick hier ausreicht - nachgedacht und vor Allem an vielen Stellen zu Ende gedacht wurde. Natürlich sind kleinere Anfangsschwierigkeiten bei einer so großen Umstellung unvermeidbar, aber auch hier hat es den Anschein, als ob die Kräfte gut gebündelt sind und für schnelle Abhilfe sorgen.

Einigen Benutzern wird das vertraute Bedienkonzept und ein paar Funktionen aus Analytics 2009 fehlen. Prinzipiell waren Dinge früher ja immer besser, daher wurde von Coremetrics viel unternommen, um den Umstieg so sanft wie möglich zu gestalten. Das erfordert einen großen personellen Aufwand und auch Investitionen. Bei Coremetrics scheint man der Meinung zu sein, dass sich diese Investitionen in die Zukunft lohnen werden. Dieser langfristige Ansatz führt zu zufriedenen Anwendern und die Kunden von Coremetrics können dabei nur gewinnen.

Realtime Overview in Analytics 2010

Realtime Overview in Analytics 2010

Ein Punkt ist mir bei all der positiven Kritik aber doch aufgefallen: Datenhaltung und Export wurden grundlegend umgestaltet und erweitert, leider hat sich an den Import-Möglichkeiten fast nichts geändert. Es ist schade, dass es in der heutigen Zeit nicht möglich zu sein scheint, die Statistik in Coremetrics 2010 umfassend mit notwendigen Offline- und Detail-Daten anzureichern. Darüber sollte Coremetrics nachdenken und auch hier zu Ende denken.

Wenn Sie Coremetrics-Anwender sind, interessiert uns Ihre Meinung zur neuen Version. Welche Erfahrungen haben Sie im Vergleich “Alt gegen Neu” machen können?


am 9. Juli 2010 unter Analytics, Markt

Multikulturelles Testing mit überraschendem Ergebnis

Ein österreichisches Maschinenbau-Unternehmen hat uns im März gebeten, ihnen bei einem Test auf der japanischen Website zu helfen. Ziel war, die Konversionsrate bei der Generierung von Kontakten bzw. Leads durch die Website im japanischen Markt zu erhöhen.

Nun ist es nicht einfach, in einer völlig fremden Kultur zu “erraten”, welche Form der Ansprache die Besucher in einem B2B-Umfeld dazu anregt, mit einem Österreichischen Unternehmen Kontakt aufzunehmen, dass hochpreisige Spezialmaschinen anbietet. Zur Auswahl standen neben dem “Standard-Button” drei weitere Rezepte, die über einen Zeitraum von knapp zwei Monaten getestet wurden.

Hier zunächst die Seite mit dem Original-Kontaktbutton (blau, oben rechts):

Zur Auswahl standen folgende Alternativen:

Alternative 1

Alternative 2

Alternative 3

Welche der Alternativen erzielte im Testzeitraum eine Steigerung der Konversionsrate um mehr als 200%? Versuchen Sie doch einmal eine Prognose abzugeben, bevor Sie weiter unten die Auflösung nachlesen.

Wir haben mit dem Testing- und Targeting-Tool “Vertster” einen einfachen A/B-Split-Test der vier Grundtypen durchgeführt und die Konversion im abgesendeten Kontaktformular gemessen. Da wir weder des japanischen mächtig sind, noch die speziellen kulturellen Präferenzen japanischer Websitebesucher kennen, ist es für uns relativ schwer, eine Vorhersage des Ergebnisses zu treffen. Alle vier “Schaltflächen” enthalten im Übrigen den gleichen Text mit der Bitte zur Kontaktaufnahme. Sie unterscheiden sich lediglich in der grafischen Aufbereitung. Für westeuropäische Augen wirken die drei zu testenden Alternativen eher “kitschig”. Darüber hinaus hat Alternative 2 überhaupt keinen Bezug zum Thema Kontaktaufnahme, wenn man den Text nicht versteht.

Umso mehr überrascht es, dass genau diese Alternative (der kleine rote Vogel) eine Verdreifachung der Anzahl an Kontakten im Vergleich zum  Original verursacht hat. Alternative 3 war genauso gut wie das Kontrollrezept mit dem blauen Button und Alternative 1 - die freundliche Dame - generierte gar keine Kontakte.

Dies zeigt einmal mehr, dass durch Testing eine Optimierung einer Website herbeigeführt werden kann und dabei die Ergebnisse nicht zwingend der eigenen Ästhetik oder der eigenen Erwartungshaltung entsprechen müssen.

Im Umkehrschluss muss man nach dem beschriebenen Resultat sogar sagen, dass die Befangenheit in der eigenen Kultur und sicherlich auch in eigenen Denkweisen einem optimalen Layout einer Website viel zu oft im Wege stehen.


am 22. Juni 2010 unter Analytics
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IBM will Coremetrics übernehmen

Erst übernimmt Adobe im letzten Herbst den Web-Analytics-Anbieter Omniture und nun schlägt IBM zu und will Coremetrics übernehmen - die geplante Übernahme soll im Herbst stattfinden. Damit sind zwei der drei großen amerikanischen Web-Analytics-Anbieter vergeben.

Ist hier ein Trend zu erkennen?

Werden die verbleibenden amerikanischen und europäischen Anbieter demnächst mit gleichartigen Meldungen von sich reden machen? Vielleicht.

Eines ist mit Sicherheit festzuhalten. Das Wissen, wie Nutzer im Web agieren, scheint ein wertvolles Gut für Unternehmen wie Adobe, IBM, Yahoo und Google zu sein - allen Firmen gemeinsam ist ein leistungsfähiges Web-Analytics-System.

Vergleichen wir kurz die Ziele der Übernahmen:

  • Adobe/Omniture: Aus meiner Sicht war hier die Prämisse, einen neuen Markt für Adobe zu erschließen. Adobe bediente zwar die Kreativen im Web und hatte auch vor der Übernahme schon Kooperationen, aber keinen eigenen Zugang zu dem Markt für Web Analytics. Diesen soll Omniture mit seiner Suite für Adobe öffnen. So hat sich dann bei der Übernahme von Omniture durch Adobe der ganze Markt gefragt, wo die wirklichen Synergien liegen können. Diese Synergien liegen in der technischen Ebene bei der Integration im Frontend. Flash verbreitet sich als Quasi-Standard und die Integration der Tracking-Lösung von Omniture am Arbeitsplatz der Kreativen ist sicherlich ein Schritt, diese Zielgruppe näher an den Web-Analytics-Markt zu holen.
  • IBM/Coremetrics: Diese Übernahme macht aus meiner Sicht sehr viel Sinn. Coremetrics und IBM sind schon seit Jahren Partner und bieten eine integrierte Lösung mit IBM WebSphere Commerce und  Coremetrics Web Analytics. Die Vorteile für den Kunden könnten integrierte Systeme und eine 360°-Sicht auf die Kundendaten sein. Die Integration in den Backend-Systemen würde den Kunden in die Lage versetzen, eine betriebswirtschaftliche Betrachtung aller online- und offline-Marketing-Aktivitäten zentral vornehmen zu können. Die Integration der Daten aus Coremetrics in die CRM- und BI-Welten von IBM (Cognos, DB2) würde Web-Analytics näher ans Management und ans Controlling innerhalb der Unternehmen heranbringen.

Ich sehe hier zwei verschiedene Ansätze zu möglichen Synergien mit ganz unterschiedlichen Zielsetzungen. Es bleibt abzuwarten, wie der Markt dies bewertet und die Kunden dies annehmen.

War die Übernahme vorauszusehen?

Sicherlich kommt die Übernahme für den Web-Analytics-Markt sehr überraschend. Insbesondere, da Coremetrics in den vergangen Monaten vermutlich einen hohen Aufwand betrieben hat, um ein neues Release ihrer Web-Analytics-Lösung auszurollen. Die Bindung von Ressourcen und Kapital im Vorfeld bzw. parallel zu den Übernahmeplanungen ist nicht alltäglich und zeugt von der Stärke des Unternehmens (Coremetrics) und der Weitsicht von IBM.

Wer profitiert von der möglichen Übernahme?

Mit Sicherheit die privaten Investoren von Coremetrics, aber ich denke auch die rund 230 Mitarbeiter weltweit. IBM bietet Sicherheit und neue finanzielle Kraft für die Weiterentwicklung der Coremetrics-Lösung. Letztendlich werden jedoch die Coremetrics-Kunden von der Möglichkeit einer ganzheitlichen Analyse-Umgebung am meisten profitieren.

Vielleicht bietet sich damit auch für Coremetrics Deutschland die Chance aus dem Schatten der anderen amerikanischen Anbieter heraus zu treten. Einer der naheliegenden Synergieeffekte ist der starke IBM-Vertrieb, der die Coremetrics-Lösung im Portfolio mit den Standardlösungen von IBM abgerundet an Bestandskunden in den Bereichen Handel und Finanzdienstleistung anbieten kann.

Wie geht es weiter?

Wer vor einigen Jahren den Markt für Content-Management-Systeme beobachtet hat, wird nicht ganz überrascht sein. Ähnlich wie Anfang 2000 bei den CM-Systemen ist nun auch der Markt für Web Analytics in einer Konsolidierungsphase. “Freie” Targets für M&A-Aktivitäten sind derzeit noch Webtrends, Unica, AT Internet und eine Reihe von europäischen Anbietern, allen voran sicherlich Webtrekk. Wie sehen andere Beobachter die Entwicklung in der nahen Zukunft? Ich würde mich freuen, Ihre Prognosen kennen zu lernen.


am 16. Juni 2010 unter Analytics, Markt
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Endlich! Unser Buch „Mehr Erfolg durch Web Analytics“ ist da - wir bieten Ihnen eine Leseprobe

Normalerweise sind wir ja vorsichtig, was Eigenwerbung auf unserem Blog betrifft. Aber diesmal machen wir eine Ausnahme: Denn unser Buch „Mehr Erfolg durch Web Analytics - ein Leitfaden für Marketer und Entscheider“ (Hanser Verlag) ist nun im Handel erhältlich (z.B. hier: Mehr Erfolg durch Web Analytics: Ein Leitfaden für Marketer und Entscheider).

Für Neugierige haben wir mit Hanser eine 25-seitige Leseprobe erstellt.

Monate haben wir daran gearbeitet. Einige von Ihnen kennen vielleicht unseren Projektleitfaden aus dem Jahr 2004. Wir waren der Meinung, diesen bräuchten wir nur zu aktualisieren und schon ist unser Buch fertig. Die Realität sah anders aus - wir haben das ganze Buch neu geschrieben und ergänzt um die wichtige neue Erkenntnisse und Weiterentwicklungen der letzten Jahre.

Herausgekommen ist ein Buch, mit dem wir sehr zufrieden sind – und eines, das uns schon lange auf der Seele lag. Denn obwohl es bereits viele lesenswerte Bücher über die Web Analytics gibt, fehlt darin zumeist ein wichtiger Aspekt: das Management eines solchen Projekts. Doch gerade dort entscheidet sich, ob die Web Analytics eines Unternehmens erfolgreich ist oder misslingt!

Aus diesem Grund haben wir unserem Buch den Schwerpunkt Projektmanagement in der Web Analytics gegeben. Wir beleuchten dazu die einzelnen Schritte, zeigen die Fallstricke und erklären anhand zahlreicher Beispiele die Tücken dieser spannenden Disziplin. Technische Themen sind - so hoffen wir - so beschrieben, dass Nicht-ITler wie zum Beispiel Marketer diese gut verstehen und in ihrem Business-Alltag nutzen können, etwa in der Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung.

Das Buch ist für Entscheider und Marketer verfasst, die vielleicht schon erste Erfahrungen in der Webanalyse gesammelt haben aber noch mehr darüber wissen wollen, zum Beispiel:

  • Wie organisiere und strukturiere ich ein Web-Analytics-Projekt im Unternehmen?
  • Was kann ich Toolanbietern glauben und wie gehe ich mit ihnen um?
  • Bei welchen Webanalyse-Ergebnissen muss ich wie reagieren?
  • Wie verbinde ich Web Analytics und Business?
  • Welche technischen Verfahren gibt es? Wie funktioniert zum Beispiel Testing & Targeting?

Damit aus unserem Buch Wirklichkeit wird, haben die Profis des Hanser Verlag, Kira Song (Illustration) und Doris Eichmeier (Redaktionsmanagement) engagiert mit angepackt – herzlichen Dank an sie alle!

Schreiben Sie uns, wie Ihnen unser Buch (oder Leseprobe) gefällt oder welche Themen Sie sich noch gewünscht hätten. Ihre Vorschläge können wir dann in der nächsten Auflage oder in unserem Blog mit einfließen lassen.

Wir freuen uns über Ihr Feedback!

Axel Amthor und Thomas Brommund


am 17. Mai 2010 unter Analytics
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Neuer KPI für das Online Marketing: der MCP

Wie der amerikanische Web-Analytics-Tool Hersteller Omniture soeben in einer aktuellen Pressemitteilung veröffentlicht hat, ist es dem Kern-Entwicklungsteam unter extremen körperlichen Entbehrungen gelungen, endlich eine Kenngröße zu entwickeln, die auch die Entschlossenheit des Käufers beim Einkauf in einem Onlineshop exakt erfassen kann.

Dies ist insbesondere für den After-Sales-Service wichtig, um noch nicht vollständig überzeugte Kunden nachträglich positiv zu beeinflussen.

Die gesamte Presse-Mitteilung über den MCP - Mouse Click Pressure - sowie die dahinter liegenden komplexen Algorithmen finden sich hier.

Ab wann die Kenngröße im Produkt SiteCatalyst verfügbar wird und welche Mehrkosten für unsere Kunden anfallen, war derzeit beim deutschen Vertrieb nicht in Erfahrung zu bringen - wir halten Sie auf dem Laufenden!


am 1. April 2010 unter Analytics
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Darum lösche ich keine Cookies

Aus Datenschutzgründen wird Internet-Nutzern immer wieder geraten, sie sollten doch die “gefährlichen Cookies” in ihren Browsern löschen, diese auf keinen Fall akzeptieren und überhaupt alles Erdenkliche anstellen, um diese von der Festplatte zu radieren. Das ist bestimmt gut gemeint und im Sinne einer Anonymisierung und des Schutzes der Privatsphäre auch superkorrekt!

Aber ich bekenne: Ich gehöre zu den Verweigerern dieser Ratschläge - ich lösche keine Cookies. Aktuell habe ich rund 500 Cookies auf meinem PC. Und es ist mir egal, von wem und warum die dort sind. Ich lösche sie nicht und lasse sie, wo sie sind. Im Gegenteil: Ich habe sogar meinem Virenscanner und meinem CCleaner beigebracht, Cookies nicht zu löschen.

Der Grund ist ein ganz einfacher: Ich mag es, wenn man mich auf einer Website wiedererkennt - genauso, wie ich es mag, wenn mich die  Bäckereifachverkäuferin morgens begrüßt. Ich würde nicht auf die Idee kommen, solche Läden mit Verkleidung zu betreten, jeden Morgen mit einer anderen, damit ich um Gottes willen nicht wiedererkannt werde. Kurzum: Ein bisschen Eitelkeit darf sein, deshalb lösche ich meine Cookies nicht.

Zugegeben, das klingt etwas pathetisch, aber es ist einfach an der Zeit, mal etwas Gutes über Cookies zu sagen. Es sind kleine Helfer, die viele Dinge im Internet einfacher und bequemer machen:

  • Man wird automatisch auf Websites eingeloggt.
  • Websites speichern individuelle Einstellungen in Cookies und ich muss nicht jedesmal neu konfigurieren.
  • Shops wissen, was ich mag und bieten mir interessante Dinge an.
  • Ich genieße Einkaufsvorteile, weil ich einen Cookie besitze und der Shop mich als Stammkunden wiedererkennt.
  • Websites tauschen untereinander Daten aus und Social-Media-Applikationen “sprechen” untereinander, weil ich deren Cookies akzeptiere.

Cookies wurden weder von der CIA, noch von der NSA und schon gar nicht vom BND erfunden, sondern von Site-Betreibern und Webserver-Programmierern, die einfach wissen wollen, wer da virtuell vor ihnen steht. Diese erfahren auch nichts “von mir”, sondern lediglich über mein Internet-Benutzungsverhalten, also einen recht schmalen und einseitigen Ausschnitt meiner “Persönlichkeit”.

Für wesentlich “gefährlicher” halte ich Rabattkartensysteme, weil sie in der Lage sind, mein gesamtes Offline-Verhalten lückenlos nachzuvollziehen. Damit habe ich tatsächlich ein Problem, und darum besitze ich keine einzige dieser Karten.

Also, liebe Rabattkarten-Besitzer: Macht bitte nicht so viel Getöse um die angebliche Schädlichkeit von Cookies, diese haben aus meiner Sicht einen berechtigten Daseinszweck.

Im Übrigen kennt die oben erwähnte Bäckereifachverkäuferin die Größe meiner Familie, deren Essgewohnheiten, die Anzahl Autos und deren Marken sowie die Zahl unserer Fahrräder. Und sie weiß, wie viele Kreditkarten ich besitze. Sie weiß auch, dass ich selten Kekse kaufe. Und das alles ganz ohne Browser-Cookies.


am 19. März 2010 unter Analytics, Technik
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Das Universal Tag (Teil 1): Ein erster Schritt zur Standardisierung in der Web Analytics

Eine traumhafte Vorstellung: Dass ein einziger universeller “Universal Tag” ausreicht, um alle  Web-Analytics-Tools einheitlich bedienen zu können. Dass man nur ein einziges Mal einen Code erstellen muss und mit diesem beliebig den Hersteller wechseln kann, ohne alle Seiten erneut anfassen zu müssen.

Für die Anwender von Web-Analytics-Tools wäre das perfekt. Die Realität sieht jedoch anders aus: Wenn man erst einmal fachlich geklärt hat, was man messen möchte, dann implementiert man häufig mit hohem Aufwand.  Wenn dann ein Wechsel des Tools ansteht, wie es für einige Sites beispielsweise beim Verschwinden von HBX notwendig war - oder weil sich herausstellt, dass das bisherige Tool neue Anforderungen nicht abdeckt -, dann hat man diese Kosten und die Mühen erneut.

Das Problem: Die heutige Lösungen sind sehr herstellerspezifisch. Und die Anbieter von Web-Analytics-Systemen scheinen Interesse daran zu haben, dass alles so bleibt wie es ist. (Siehe auch unseren Blogbeitrag “One Tag to Rule Them All oder das Über-Tag”)

Das Entwickeln eines “Universal Tag” - hat ein solches Vorhaben überhaupt eine Chance? Gegenfrage: Warum nicht? Wenn…

  • Plugins dazu führen können, dass Browserhersteller deren Funktionalität komplett übernehmen,
  • es Javascript Libraries gibt, deren Funktionen ein Browser bereitstellen wird,
  • sich CD, DVD und Blu ray herstellerübergreifend normieren liessen,

… dann sollte doch wohl die Normierung eines “Universal Tag” machbar sein. In einem ersten Schritt reicht es, eine Normierung zu bestimmen und festzulegen: Sobald sich dann zwei Hersteller fänden, die diese teilweise erfüllten, hätten deren Kunden einen kleinen Vorteil. Denn sie hätten eine alternative Lösung, die - mit etwas geringerem Aufwand - implementierbar wäre. Wenn ein Toolwechsel ansteht, könnte dies den Ausschlag für oder gegen eine Kaufentscheidung geben.

Nur: Irgendwer muss anfangen, sonst wird es nie Realität (wie es Ian Thomas “Whence the Universal Tag?” treffend beschreibt). Deshalb möchte ich erste Vorschläge machen, wie eine allgemeingültige, Tool unabhängige Implementierung aussehen könnte:

Die folgende Liste soll ein Superset darstellen, also die Vereinigungsmenge der bisherigen Inhalte. Sie ist unvollständig und sollte selbstverständlich und gerne diskutiert und erweitert werden. Jedes Web-Analytics-Tool unterstützt Teile folgender Spezifikation:

A. DIMENSIONEN

1. Die Websites

  • Diese sollen nach verschiedensten Gesichtspunkten gruppiert und untersucht werden können (zum Beispiel Seitennamen, Navigationsbereiche, Partnerintegrationen etc.).
  • Da man diese nicht von vorneherein festlegen kann, braucht man eine erweiterbare Liste von Seiteneigenschaften (Dabei ist es gleich, ob man sich für die Farben der Seiten, Templatenamen oder den Vornamen des Programmierers der Seite interessiert).
  • Ob diese nun bisher Documentgroup, Channel oder prop42 hiessen, spielt keine Rolle.

2. Visitors

  • Besucher haben Eigenschaften, nach denen segmentiert werden sollte. Ein Ziel kann sein, dass man herausfinden will, bei welchen Kunden man gut ankommt, bei welchen weniger.
  • Auch hier gilt: Man muss jederzeit neue Eigenschaften der Besucher erfassen können. Die Eigenschaften umfassen unter anderem alle technischen Ausstattungsdetails wie Browser, Betriebssystem, Java-, Flash- etc. -Ausstattung (aber auch typischerweise abgefragte Informationen aus Formularen wie Postleitzahl, Alter, Geschlecht). Da man Visitors nicht browserübergreifend identifizieren kann, ist der Browser für mich eine Visitoreigenschaft.
  • Eine wichtige Benutzereigenschaft ist das Werbemittel, das ein Besucher benutzt hat, um auf die Website zu gelangen.

3. Visits

  • Ein Visit braucht keine eigenen Daten im Tag selbst.
  • Visit-Start und -Ende werden nicht im Tag, sondern im Backend markiert.
  • Damit werden die Visitdaten auch aus den Besucher- und Seitendaten geholt.
  • Eigene Tag-Bestandteile sind nicht nötig.

4. Produkte

Dazu gehören der Inhalt eines Warenkorbs, angesehene und gekaufte Artikel für Cross-Selling-Analysen etc.

  • Eigenschaften dieser Artikel wie Farben, Größen und das Sortiment, zu dem es in meinem Shop gehört.
  • Diese Eigenschaften sind wie die Besucher- und die Seiteneigenschaften nicht statisch, sondern müssen flexibel erweiterbar sein.
  • Vielleicht will ich ja morgen einen Partner in meinen Shop integrieren und brauche dann eine Partner-ID am Produkt? Das Geschäft kann dann nicht auf die Web-Analytics-Lösung warten.

B) METRIKEN

  • Alles, was ich irgendwie zahlenmäßig erfassen will, benötigt einen Zähler.
  • Auch hier gilt: Beliebig erweiterbare Arrays mit Namen und Werten erscheinen geeignet.
  • Informationen über die numerischen Datentypen und deren einzelnen Felder sollten im Backend hinterlegt sein und gehören nicht in ein Tag.

Grundsätzlich sollte man zwei Gruppen von Metriken unterscheiden:

1. Besuchermetriken: Wenn der Besucher zählbare Dinge tut, die nicht direkt mit Warenkorbinhalten zu tun haben, zum Beispiel Newsletterregistrierungen oder Klicks auf bestimmte Links, die zählenswert erscheinen. Sogar eine PageImpression oder ein Werbemittel-Clickthrough kann dazu gehören. Aber auch die Eindringtiefe in Conversion Funnels und Szenario-Analysen beliebiger Art sind damit möglich. Die Einstellungen zu den Szenarios gehört meines Erachtens ins Backend. Der Klarheit halber sollten sie im Visitor-Array mit untergebracht werden.

2. Produktmetriken: Hier werden Bestellungen, Stückzahlen, Preise einzelner Produkte im Warenkorb zugeordnet. Selbstverständlich scheint mir, dass sie an den entsprechenden Warenkorb-Positionen hängen sollten.

Fazit: Das eine Tag muss alles unterstützen, was die heutigen, herstellerspezifischen Tags in Summe abbilden. Ich bitte um eifrige Beteiligung, um die Liste abzurunden.

In einem weiteren Artikel werde ich mich mit den Themen Darstellung und Transport eines Universal Tags beschäftigen.


am 10. März 2010 unter Analytics, Technik
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SEM-Phishing: Verlag wirbt auf Kosten des Bundesdatenschutzbeauftragten

Gibt man in Google den Begriff “Bundesdatenschutz” ein, erwartet man eigentlich keine Werbung. Überraschenderweise findet man aber derzeit eine Anzeige an prominentester Stelle, die für “www-bundesdatenschutz.de” wirbt. Bevor man sich jetzt über die Verschwendung von Steuergeldern für Google-Adwords-Anzeigen aufregt, sollte man noch einmal hinsehen: Dann erkennt man, dass der obligatorische Punkt durch ein Minuszeichen ersetzt wurde (”www-bundes…” statt “www.bundes…”)

Die Original-Website www.bundesdatenschutz.de (also die mit dem Punkt) gehört niemand anderem als dem “Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit” Peter Schaar. Ohne nun in die Feinheiten des Domain-Name-Systems (DNS) abzutauchen: Aus unserer Sicht wird hier auf Schaars Kosten SEM-Phishing durch Täuschung anhand einer ähnlichen Domäne betrieben!

Der trittbrettfahrende Werbetreibende ist BWRmed!a - ein Unternehmensbereich der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG - , der für sein “Präventionskit zur BDSG-Novelle” wirbt.

Ausgerechnet Schaar, Deutschlands Mahner und Wächter über den rechtlich sauberen Umgang mit Online-Daten, wird Opfer dieser Geschäftspraktik. Ich bin gespannt, ob oder wie seine Dienststelle reagieren wird.


am 8. März 2010 unter Analytics

Warum man mehr als ein Web-Analytics-Tool braucht

Eine sehr wertvolle Diskussion stieß Eric Peterson kürzlich in seinem Blog “Web Analytics Demystified” mit dem Beitrag “The Coming Bifurcation in Web Analytics Tools” an. Er berichtet, dass in den USA immer mehr Unternehmen ihre kostenpflichtigen Webanalyse-Tools durch kostenlose Tools wie Google Analytics  ersetzen würden. (Dies schildert Peterson im Übrigen auf extrem vorsichtige Weise, mit jeder Menge Konjunktiv und Vorab-Beschwichtigungen - wohl, um niemandem zu nahe zu treten)

Einen der Gründe haben sich die Hersteller kostenpflichtiger Tools wohl selbst eingebrockt, so Peterson: “It turns out there are limits to the amount your average business user is willing to invest in learning web analytics tools.” Es scheint, als hätten die Hersteller von Highend-Systemen bei der Entwicklung immer besserer Tools die Aufnahmefähigkeit des durchschnittlichen Anwenders vergessen.

Heute gibt es zahlreiche leistungsstarke Systeme - die aber vielen Unternehmen und Usern zu unverständlich und kompliziert vorkommen. Google Analytics hingegen wird geschätzt, weil es aufgeräumt und schlank wirkt, seine Analysen besonders leicht verständlich. Dazu kommt, dass sich Google Analytics in den vergangenen Jahren gut entwickelt hat (und, so unsere Einschätzung, mit einigen kostenpflichtigen Tools durchaus konkurrieren kann).

Aber, mal ehrlich: Wenn es um eine umfassende Webanalyse geht, die alle Online-Geschäftsbereiche eines Unternehmens abdecken und zum Beispiel mit BI und CRM verknüpft werden soll, kann Google Analytics nicht die einzige oder erste Wahl sein.

Was tun? Halten wir fest: Manche User kommen mit Highend-Tools nicht zurecht und hätten gerne verständlichere WA-Tools und Reports. Die Unternehmen wiederum brauchen mächtige Web-Analytics-Systeme für ihr Business.

Peterson findet an einer Konstellation Gefallen, die auch wir sympathisch finden: Warum nicht beides einsetzen? Dann könnte man einerseits Mitarbeiter, die keine tief gehenden Datenanalysen für ihre tägliche Arbeit benötigen, mit einfachen Tools wie zum Beipiel Google Analytics versorgen. Und die Web-Analytics-Profis im Unternehmen könnten sich den umfangreichen Analysen anhand eines Highend-Systems widmen.

Peterson führt ebenfalls aus, dass die Gründe für diese “Zweiteilung” der Web Analytics im Wesentlichen in dem sehr unterschiedlichen Ausbildungs- und Kenntnisstand der Mitarbeiter liegen. Dies deckt sich ganz klar mit unseren Erfahrungen mit vielen unserer Kunden: Sofern ein Unternehmen denn überhaupt ein Team oder Verantwortliche für die Analyse einsetzt, so hat dieses Team grundsätzlich zwei wesentliche Herausforderungen:

  1. Kenntnisse in der Analyse von großen Datenbeständen und insbesondere von Web-Analytics-Daten
  2. Bedienung des eingesetzten Web-Analytics-Tools

Hersteller dieser Tools sind eher darauf konzentriert, beide Bereiche oben in ihren Trainings gezielt miteinander zu verknüpfen, da so natürlich der “hook in” beim Kunden viel größer ist. Anwenderunternehmen haben derzeit noch Schwierigkeiten zu verstehen, das man sowohl theoretische Grundlagen und Methodenkenntnisse als auch Softwarebedienfähigkeiten besitzen muss und verfallen immer wieder dem Fehler, nur die Bedienung eines Tools zu trainieren, ohne dass den Mitarbeitern die Grundlagen nahe gebracht werden. Merke: Auch wenn ich Microsoft Word perfekt bedienen kann, bin ich deswegen noch lange nicht der nächste Dan Brown.

Der Einsatz eines einfachen Tools kann das Dilemma etwas abmildern. Dadurch, dass Anwender nicht durch komplexe Bedienfunktionen “abgelenkt” werden, können sie sich mit der Methodik und den theoretischen Grundlagen vertraut machen und wachsen somit in die Webanalyse hinein. Der Appetit kommt beim Essen und irgendwann wird der Anspruch nach höherwertigen Analysen wachsen - die Zeit ist dann reif für das Profi-Tool.

Das Wichtigste aber: Dadurch, dass jeder auf diese Weise nur Reports bekommt, die er für seine Arbeit braucht (und nicht mehr!), steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er sie tatsächlich liest und für seine Arbeit nutzt.

Google Analytics plus Highend-Tool - You get the best of both worlds“, so Peterson. Noch vor kurzem wäre so ein Vorschlag mit einem müden Lächeln quittiert worden. Wir meinen: Heute hat er seine Berechtigung. Was meinen Sie?


am 5. März 2010 unter Analytics
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