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Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisierte kürzlich, dass viele gesetzliche Krankenkassen “unzulässige Analysedienste” für ihre Websites einsetzen würden. Heise.de berichtet, Schaar wolle das Stichprobenergebnis nun als Aufhänger nutzen, um generell Kritik an der “häufigen Verwendung unzulässiger Systeme zur Analyse der Reichweitenmessung” zu üben.
Wir meinen: Herr Schaar verfolgt die falsche Logik. Denn was genau sind “unzulässige Analysedienste”? Laut “Düsseldorfer Kreis” sind das solche, die unter anderem das individuelle Surfverhalten von Nutzern registrieren und auswerten, ohne dass diese ausreichend informiert wurden und eingewilligt hätten. Ein Analysedienst kann hierzu nur Mittel zum Zweck sein, das heißt: Nicht er missachtet den Datenschutz, sondern sein Anwender. “Unzulässige Analysedienste” kann es deshalb ebenso wenig geben wie “unzulässige Autos”, die mit 250 km/h durch ein Dorf brettern könnten.
Für Betroffene einer Datenschutzverletzung innerhalb Deutschlands ist immer der deutsche Website-Betreiber der “Vertragspartner”. Dabei kann es dem Betroffenen egal sein, ob der Site-Betreiber ein außereuropäisches WA-Tool verwendet oder für die Aufbereitung der Daten einen Dienstleister irgendwo auf dieser Welt beauftragt. Relevant ist, dass der Website-Betreiber für die Einhaltung des Datenschutzes juristisch verantwortlich ist und von Betroffenen belangt werden kann, wenn er diesen nicht einhält!
Ein Kritikpunkt Schaars: Weil viele der Analysedienste von außereuropäischen Anbietern stammten, basierten sie zum einen nicht auf deutschem Recht, zum anderen sei eine Rechtsdurchsetzung schwierig. Tatsächlich müssen hier Website-Betreiber bei der Entscheidung für oder gegen einen Dienstleister aufpassen. Denn viele amerikanische Anbieter betonen, dass sie Mitglied des “Safe-Harbour-Abkommens” seien - und wiegen ihre Interessenten in falscher Sicherheit, ähnlich wie das die deutschen Anbieter mit ihren TÜV-Siegeln tun. Es sei hier auf den letzten Absatzes des Beschlusses des Düsseldorfer Kreises vom 26./27.11.2009 verwiesen, in dem es heißt: “Werden pseudonyme Nutzungsprofile durch einen Auftragnehmer erstellt, sind darüber hinaus die Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes zur Auftragsdatenverarbeitung durch
die Anbieter einzuhalten.“.
Das “Safe-Harbour-Abkommen” soll - eigentlich - bedeuten: Diese Hersteller sichern zu, dass sie personenbezogene Daten aus Europa nach EU-Datenschutzstandards verarbeiten. Eigentlich. Denn dass dem häufig nicht so ist, ergab nun ein Gutachten des US-Beratungsunternehmens Galexia (heise.de): Häufig verletzten US-Mitglieder dieses Abkommen, was obendrein meist ohne rechtliche Konsequenzen bleibe. Der Vorwurf: Viele der Mitglieder des “Safe-Harbour-Abkommens” haben sich eingekauft ohne zertifiziert zu werden und gehen viel zu lax mit den vereinbarten Vorschriften um. Ob der Dienstleister Mitglied des “Safe-Harbour-Abkommens” ist, ist zivilrechtlich relevant, wenn es um die Frage nach der Haftung des Dienstleisters gegenüber dem Site-Betreiber geht.
Fazit: Würde der Autobauer Toyota der Logik Schaars folgen, würde er seine Kunden, deren Autos klemmende Gaspedale haben, an den Zulieferer verweisen. Und der kann dann alle Vorwürfe von sich weisen mit dem Argument: Bei mir ist alles in Ordnung, denn ich arbeite ja nach DIN ISO 9000.
Ellenlange, komplizierte und damit nervige Bestell- und Anmeldeformulare - wer regelmäßig online ist, kennt sie zu Genüge. Welche schlimmen Folgen diese haben können, beschreibt nun das Beratungsunternehmen Goldmedia in einer Analyse: Demnach wird jeder siebte Bestellvorgang wegen mangelhafter Formulare abgebrochen. Rund 50 Millionen Bestellvorgänge sind wegen mangelhafter Formulare gefährdet. Drei Milliarden gehen der E-Commerce-Branche durch schlechte Bestellformulare durch die Lappen, rechnet Goldmedia vor.
Online-Händler investieren verhältnismäßig wenig in die Usability ihrer Shops, kritisiert Goldmedia. Dies deckt sich weitgehend mit unserer Erfahrung: Häufig stecken Online-Händler enorme Summen in die Werbung - doch bei der Analyse, wie eine optimale Bestelldramaturgie aussehen könnte, fangen sie an zu sparen.
Oder sie wollen zu viel auf einmal wissen: Häufig werden Formulare aus der Innensicht eines Unternehmens erstellt. In solchen Fällen werden Daten abgefragt, die für den aktuellen Prozess nicht unbedingt notwendig sind. Mein Lieblingsbeispiel sind die Formulare für Lebensversicherungen - am liebsten würde der Anbieter das Sterbedatum abfragen, damit er damit er das Risiko besser kalkulieren kann.
Was sollte ein Website-Betreiber denn tun, um seine Formulare einfacher und damit erfolgreicher zu gestalten? Wichtig seien “eine intuitive und unkomplizierte Anwendung” sowie ein “transparenter und glaubwürdiger Abfrageprozess”, so Goldmann. Nun, das ist schön gesagt. Aber wer legt denn fest, was “intuitiv” ist und was “unkompliziert”? Um das heraus zu finden, ist Web Analytics und Multivariates Testen unerlässlich. Mit diesen Tools kann erforscht werden, welche Passagen des Formulars die Kaufwilligen problemlos verstehen und an welchen Stellen sie hängen bleiben.
Exemplarisches Vorgehen mit Multivariaten Testen (MVT):
Fertigen Sie eine Abbruchanalyse der Transaktionsschritte an, bei Bedarf bis auf die einzelnen Feldebenen hinunter. Prüfen Sie, welche Zielgruppen besonders häufig abbrechen. Das können beispielsweise Erstkäufer sein, Google-Anwender (mit bestimmten Suchworteingaben), Affiliates oder unterschiedliche Altersgruppen. Auch tageszeitabhängige Faktoren können eine Rolle spielen. Entwickeln Sie Alternativhypothesen und testen Sie diese gegen die Ausgangslage mithilfe eines Multivariaten Testing-Tools. In der Regel sollte es (reichweitenabhängig) genügen, wenn bis 20% der Besucher am Test teilnehmen. Folgendes gilt es hierbei zu beachten:
- Berücksichtigen Sie Störfaktoren - zum Beispiel Pflichtfelder, die nicht unbedingt für die Durchführung des Auftrags erforderlich sind.
- Berücksichtigen sie die Konversions-Latenz - also den Zeitraum, der üblicherweise für die Kaufentscheidung notwendig ist.
Einige Tools optimieren solche Prozesse auch “selbstständig” nach vorgegebenen Regelwerken. Klassische Ergänzungen oder Alternativen können “Usability Checks” oder “Usability Labs” sein.
MVT-Tests können helfen, die “Kundenperspektive” auf die Prozesse und Formulare einzunehmen und zu verstehen, genauso wie durch das Hinzuziehen externer Usability Experten. Doch vor allen erhöhen sie zum Teil deutlich die Konversion.
Verfasst von Thomas Brommund
am 16. Februar 2010 unter
Analytics
Eigentlich sollte es eine Studie über die Webanalyse-Aktivitäten der österreichischen Wirtschaft sein - doch die Wiener Unternehmensberatung e-dialog hat sich zudem die Mühe gemacht, in ihrem “Webanalyse-Report Österreich 2009″ die 30 Dax-Unternehmen Deutschlands mit zu untersuchen.
Heraus kamen zahlreiche interessante Ergebnisse über beide Märkte: So nutzen DAX-Unternehmen laut e-dialog häufiger als österreichische ATX-Unternehmen Tools der gehobenen “Enterprise-Klasse” - doch dafür betreiben diese wiederum mehr Webanalyse.

Quelle: "Webanalyse-Report Österreich 2009", e-dialog
Zudem sind die Deutschen in der Tracking-Aufklärung weitaus aktiver - nur rund jedes fünfte der untersuchten Dax-Unternehmen weist seine Tracking-Tools nicht aus. Bei den ATX-Unternehmen hingegen sind es knapp die Hälfte. Auch in der Anwendung von Google Analytics (GA) gibt es deutliche Unterschiede: Rund 40 Prozent der ATX-Unternehmen setzen GA ein - in Deutschland ist es laut Studie nur ein Nutzer: Volkswagen. “Beides ist auf das hohe Augenmerk, das der Datenschutz in Deutschland genießt, zurückzuführen”, so ein Fazit e-dialogs.
Diese Web-Analytics-Tools kommen nach e-dialog in den Dax-Unternehmen zum Einsatz:

Auch die Top-100-Unternehmen Österreichs nahm e-dialog unter die Lupe. Wesentliche Ergebnisse:
- 44 Prozent der Top-100-Unternehmen Österreichs betreiben keine Webanalyse.
- Nur 14 Prozent nutzen Tools der gehobenen Enterprise-Klasse und haben somit perfekte Analyse-Möglichkeiten.
- Große Mängel gibt es bei Datenschutz und Privacy: Nur gut die Hälfte klärt die Besucher über das Tracking auf (zum Beispiel in Impressum, Datenschutzinfos, Nutzungsbedingungen). Immerhin: Im Vergleich zu 2008 ist das eine Verbesserung um 20 Prozent.
- Rund ein Drittel nutzt Google Analytics, doch nur die Hälfte davon halten sich an die Nutzungsbedingungen und weisen den Einbau des Tools aus.
- Von den analysierten Banken setzen 72 Prozent Webanalyse-Tools ein, doch nur knapp die Hälfte davon klärt die Nutzer entsprechend auf.
- In der Automobilbranche arbeiten drei Viertel mit Web Analytics und die nötige Aufklärung der Nutzer ist mit 89 Prozent überdurchschnittlich hoch. Interessant: Vier der 12 untersuchten Automobilhersteller betreiben für ihre österreichischen Websites eigene Webanalyse-Entwicklungen.
Den “Webanalyse-Report Österreich 2009″ stellt e-dialog auf seiner Website zum kostenlosen Download zur Verfügung (nach Registrierung).
In den Medien herrscht derzeit große Aufregung. Denn in der Web Analytics soll es mit dem Datenschutz nicht zum Besten stehen. Im Wesentlichen geht es in der aktuellen Debatte um IP-Adressen und deren Anwendung. Der Vorwurf lautet, sehr grob formuliert: Mit Hilfe von IP-Adressen könne man anonyme (und damit erlaubte) Daten, die aus der Web Analytics gewonnen werden, Personen zuordnen. Und diese Personalisierung ist verboten. Die kurz gefasste Schlussfolgerung der Medien: Weil die Verknüpfung von IP-Adressen mit anderen Daten in der Web Analytics ein Leichtes ist, öffnet sie dem Rechtsbruch Tür und Tor.
Kein Wunder also, dass derzeit zahlreiche Web-Analytics-Anwender nach einer solchen Lektüre besorgt bei uns, bei Agenturen und Rechtsanwälten um Rat fragen. Unser Tipp: Gelassen bleiben. Die aktuelle Diskussion entbehrt aus unserer Sicht jeder sachlichen Grundlage, und zwar aus mehreren Gründen:
- Es ist nicht Aufgabe des Tools, vor Missbrauch zu schützen! Derzeit entsteht der Eindruck, dass es Tools wie Google Analytics sind, die den Datenschutz unterwandern. etracker etwa wirbt mit einem selbst entworfenen Bundesdatenschutzgesetz-Siegel und auch WiredMinds will mit einem Datenschutz-Zertifikat punkten. Diese Siegel sollen belegen, dass ihre Tools datenschutzkonform sind. Mit Verlaub: Was für ein Unsinn. Selbstverständlich können auch mit etracker IP-Adressen generiert werden. Es ist nicht die Software, die den Datenschutz verletzt, sondern immer der Anwender! Ein WA-Betreiber wollte sich kürzlich von seinem Toolanbieter schriftlich bestätigen lassen, dass sein Produkt rechtskonform ist. Die Antwort kam prompt: Der Toolanbieter fühlt sich nicht zuständig und unterschrieb gar nichts. Zu Recht: Das wäre so, als würde ein Koch den Herdhersteller dafür verantwortlich machen, dass er keine giftige Suppe kocht. Stattdessen läuft die Sache umgekehrt: Große Toolanbieter wie Omniture und coremetrics sichern sich vor ihren Kunden ab. Diese müssen schriftlich bestätigen, dass sie im Umgang mit dem erworbenen Tool den Datenschutz einhalten werden.
- Auch ohne IP-Adresse kann der Datenschutz verletzt werden! Durch geschickte Kombination von Daten mit zusätzlichen Informationen - etwa aus dem Warenwirtschaftssystem – können personalisierte Daten generiert werden, man muss nur filigran genug messen. Zum Missbrauch braucht es also keine IP-Adressen. Deshalb wäre es für die aktuelle Diskussion sehr sachdienlich, die Perspektive zu erweitern.
- Google Analytics wird zu unrecht an den Pranger gestellt. Vor allem das kostenlose Tool Google Analytics wird in den Medien angegriffen, weil es den Datenschutz nicht einhalten soll. Fakt aber ist: Google Analytics liefert keine IP-Adressen an seine Anwender aus. Ob Google allerdings dennoch IP-Adressen sammelt und diese bloß nicht weiterleitet, ist eine interessante Frage – die Google leider nicht beantwortet.
- Die aktuelle Diskussion hätte bereits vor vielen Jahren geführt werden können. Es gibt derzeit keine neue oder veränderte Gesetzgebung, die eine erhitzte Diskussion wie die aktuelle rechtfertigen würde. Die Datenschutzrichtlinie der EU, nach der Website-Besucher über die Verwendung von Cookies informiert werden sollen, ist gerade erst in Planung und es wird dauern, bis diese in Kraft tritt und in die deutsche Gesetzgebung einfließt.
Was empfehlen wir derzeit unseren Kunden? Das, was wir seit jeher empfehlen:
- Seid Euch Eurer Verantwortung bewusst! Holt zwei Rechtsexperten: einen Medienrechtler, einen für Datenschutz. Mit deren Rat sollen die WA-Projekte so aufgebaut und durchgeführt werden, dass das Generieren personenbezogener Daten nicht möglich ist.
- Website-Besuchern muss die Möglichkeit angeboten werden, das Verfolgen anhand von Cookies zu unterbinden. Ein guter Platz dafür sind die Datenschutzbedingungen, die gut erreichbar sein sollten. Gutes Beispiel: unser Kunde Weltbild
- Personenbezogenen Daten sind für effiziente Webanalyse nicht nötig. Es reichen Cluster, die anhand soziografischer Informationen wie Geschlecht und PLZ gebildet werden, um gute Analysen durchführen zu können.
- Und: Bitte gesunden Menschenverstand einschalten und die Originaltexte lesen – nicht nur Medienberichte. Selbst einige Rechtsanwälte lassen sich derzeit von der hitzigen Debatte anstecken und scheinen nicht immer klar zu sehen. Als Lektüre empfehlen wir den Beschluss des „Düsseldorfer Kreises“ (ein Zusammenschluss der Datenschutz-Aufsichtsbehörden der Länder). Darin werden kompakt und lesbar essentielle Grundlagen der Web Analytics zusammengefasst, zum Beispiel:
- Man darf Web Analytics Tools einsetzen, um anonymisierte Profile zu bilden.
- Man darf diese Profile aber nicht in einen Personenbezug bringen.
- Dies ist gestattet, wenn der Betroffene zustimmt - was etwa beim Online-Kauf über die AGBs geregelt ist.
Fazit: Datenschutz in der Web Analytics ist ein wichtiges Thema – aber ganz bestimmt kein aktuelles. Und es muss anders darüber diskutiert werden als es aktuell der Fall ist. Es wäre an der Zeit, dass Verbände wie der BVDW, die BITKOM und auch der OVK sich einschalten und Medien, Anwälten und auch Toolherstellern fachlich belegen, dass ihr IP-Adressen-Getöse zur falschen Zeit stattfindet, den Kern nicht trifft, und, gelinde gesagt, Unsinn ist.
Verfasst von Axel Amthor
am 10. Dezember 2009 unter
Analytics
Kein Zweifel: Das Interesse der Unternehmen, mit A/B/n-Tests und multivariaten Tests (MVT) ihre Online-Präsenz zu optimieren, steigt. Doch vielen fällt es schwer, solche Tests erfolgreich zu implementieren und durchzuführen, stellt Forrester in der Marktanalyse “The Online Testing Vendor Landscape” fest. John Lovett, scheidender Senior Research Analyst bei Forrester, nennt drei Hindernisse, die das Testing in Unternehmen erschweren:
- distanzierte Marketer, die sich von den Testmethoden abgeschreckt fühlen
- zu starre Arbeitsabläufe
- mangelnde Verantwortlichkeiten
Lovetts Analyse deckt sich mit unserer Erfahrung. Die Folgen dieser Hindernisse sind mangelhafte A/B und multivariate Tests, weil sie weder strategisch noch operativ geplant und durchgeführt werden. Deshalb sind Unternehmen, die noch keine Expertise entwickelt haben, gut beraten, externe Hilfe einzuholen - zumindest bei der Einführung solcher Tests! Dass sich das rechnet, belegt Forrester mit folgender Grafik:
Steigerung der Erfolgsrate mit externer Beratungsleistung (hellblau) und ohne (dunkelblau):

Was alles schief gehen kann, wenn die Testing-Erfahrung fehlt, zeigt ein aktuelles Beispiel: Eine Kfz-Versicherung begann in Eigenregie Ende September einen A/B/n multivariaten Test: Während einer Laufzeit von sechs Wochen sollte die Konversion von sechs Landingpages-Varianten geprüft werden. Das Ergebnis nach diesen sechs Wochen: Es gab einen Sieger, einen Zweitplatzierten und vier abgeschlagene Rezepte. Aufgrund dieses Ergebnisses nahm der Anbieter die vier erfolglosen Varianten aus dem Test, um das Ergebnis eine Woche lang erneut zu überprüfen. Das Ergebnis: Der vorhergehende Sieger rutschte ab auf Platz zwei, der Zweitplatzierte landete auf Platz eins. Der Grund: Alle Besucher der ersten sechs Wochen, die die vier erfolglosen Varianten gesehen und nicht zur Konversion beigetragen haben, wurden in der zweiten Testrunde auf das Default-Rezept geleitet - dem Zweitplatzierten aus dem ersten Testlauf. Dieser bekam also die gesamte Konversionsleistung aller anderen Varianten zugeordnet und landete auf diese Weise auf Platz eins.
Wie so häufig bekamen wir auch in diesem Fall zu hören: “Das Tool misst falsch!” Fakt aber war: Das Tool funktionierte bestens. Das Vorgehen (der Marktingabteilung) war falsch.
Was hätte das Unternehmen stattdessen tun sollen?
- Es hätte den ersten Test vollständig beenden und einen völlig neuen A/B Test mit jenen Probanden aufsetzen müssen, die im ersten Lauf nur das erst- oder zweitplazierte Rezept gesehen haben oder gar nicht teilgenommen haben. Alle anderen Probanden aus dem früheren Test hätte man ausschließen müssen, denn sie waren “verbrannt”. So ist der Test wertlos und die nächste Chance zum Testen gibt es erst wieder in 12 Monaten.
- In einer langen Zeitspanne muss man auch mit einem Verhaltenswechsel der Website-Besucher rechnen: Kfz-Versicherungen sind für sie zwischen September und dem Wechsel-Stichtag 30. November interessant, Man kann also davon ausgehen, dass sich der Besuchsgrund zwischen Anfang September (Informationssuche) und Ende November (noch auf die Schnelle den Kfz-Versicherer wechseln) drastisch ändert. Und diese Unterschiede in der Besuchsmotivation verfälschen das Ergebnis.
- Es ist prinzipiell von Vorteil, wenn man zu Beginn mit A/B Tests erste Erfahrungen sammelt und dann die Testmethoden sukzessive verfeinert.
Forrester stellt in seinem Draft einige Testing-Tools vor und zeigt: Auch günstige Tools warten mit einem guten Leistungsumfang auf. Mit diesen in Deutschland erhältlichen Tools können diese Tests durchgeführt werden: Webtrends, Omniture, Autonomy, Maxymizer und Vertster (das wir exklusiv vertreiben).
Forresters Leistungsumfangs-Ranking
- Autonomy, Maxymizer
- OMTR
- Vertster, Webtrends
Forresters Produktpreis-Ranking:
- Vertster
- Webtrends
- OMTR
- Autonomy
Eine extrem unterhaltsame und zugleich hoch effiziente Idee präsentiert Lars Johansson in seinem Blog Webanalysts.info: Der Schwede stellt ein Ratespiel zur Verfügung, mit dem Unternehmenslenker von der Dringlichkeit von A/B-Tests überzeugt werden können. Diesen Tipp geben wir nur allzu gerne weiter!
Der von Johansson entworfene Test besteht aus 15 Online-Seiten, die in jeweils zwei Variationen angezeigt werden (sie stammen aus realen A/B Tests oder multivariaten Tests). Die Teilnehmer sollen erraten, welche der zwei Varianten am erfolgreichsten war. Am unterhaltsamsten ist es, wenn mehrere gegeneinander antreten - wer die meisten Punkte hat, gewinnt.
Vergleichen kann man seine Ergebnisse dann mit denen eines Affen (randomized), eines „HiPPO“ (Highest Paid Person’s Opinion – in diesem Fall der CTO), eines Usability Experten, eines Art Directors, eines Web Analysten oder den Ergebnissen der Mutter von Lars Johansson (eine Grundschullehrerin im Ruhestand).
Wir wünschen viel Vergnügen und große “Aha”-Erlebnisse. Und vielen Dank an Lars Johansson!
Verfasst von Axel Amthor
am 3. Dezember 2009 unter
Analytics
Wer Online-Erfolgskontrolle heute professionell betreibt, kommt um das Thema Testen nicht mehr herum. Als exklusiver Partner von Vertster in D/A/CH möchten wir Sie einladen, die Vorteile von Vertster kennen zu lernen.
Erster Termin: Webinar 1: Donnerstag, 3. Dezember 2009, 16:00 bis 16:45 Uhr
Regelmässiges Vertster Webinar - jeweils letzter Donnerstag im Monat ab 16:00 Uhr:
- Webinar 1: Was ist Vertster, was sind A/B Tests - Beispiel A/B Test
- Webinar 2: Was ist Vertster, Auswertung eines A/B Tests
- Webinar 3: Was ist Vertster, was sind MV-Tests, Beispiel MV-Test
- Webinar 4: Was ist Vertster, Auswertung eines MV Tests mit Vertster
Nächstes Webinar: Donnerstag, 28. Januar 2010; 16:00 bis 16:45 Uhr
Laden Sie sich die Präsentationssoftware von nachfolgendem Link herunter, speichern sie diese und starten sie den Präsentations-Client
https://get.netviewer.com/meet/join.php?sinr=761830sipw=nv64DB3BF7C0AD46D29B
Geben Sie dann im Eingangsdialog die folgenden Zugangsdaten ein:
Sitzungsnummer: 761830
Sitzungspasswort: vertster
An der parallel stattfindenden Telefonkonferenz nehmen Sie teil, indem sie eine der nachfolgenden Nummern anwählen
Deutschland: 01805-007644 (14 ct/min)
Österreich: 0820-40001578 (12 ct/min)
Schweiz: 0848-560198 (12 Rp./min)
Nutzen Sie die Vorteile der Testing-Software Vertster und unsere Erfahrung: einfache Handhabung - flexible Vertragslaufzeiten - einfaches Abrechnungsmodell nach Testteilnehmer sowie die Unterstützung durch das contentmetrics-Team, erhöhen Ihren Erfolg im Marketing nachweislich!
Wir freuen uns auf Sie!
Open-Source-Systeme teilen ein gemeinsames Schicksal: Sie haben vergleichsweise wenig Verbreitung. Und die Websites, für die sie eingesetzt werden, haben eher geringe Reichweiten. Warum ist das so? Sollte nicht eher das Gegenteil der Fall sein - immerhin sind diese Tools kostenlos zu beziehen?
Grund 1: Eine Open-Source-Lösung kann bei reichweitenstarken Websites nicht auf irgendeiner Hardware “mitlaufen”, so wie das bei kleineren Sites oft genügt. Sie muss stattdessen auf eigenen oder zusätzlich gemieteten Maschinen installiert werden. Die Mietkosten für diesen “Fuhrpark” wiederum steigen linear mit der Reichweite der Websites.
Grund 2: Die Datenvolumina, die über Monate gesammelt und vorgehalten werden müssen, wachsen schnell zu mehreren Terabytes heran. Weil diese Daten aufwendig gesichert werden müssen, steigen die Anforderungen an die Hardware: Plattenverbünde im RAID 1 und RAID 5 Cluster, gegebenenfalls Hot Swap und Hot Spare sind hier keine Seltenheit. Und diese Infrastruktur kostet - sowohl in Anschaffung, Abschreibung als auch in Betrieb. So kalkuliert man im Data-Warehouse-Umfeld die Betriebskosten für ein Terabyte Datenkapazität zwischen 10.000 bis 25.000 Euro pro Jahr TCO (Total Cost of Ownership). Vergleicht man die TCO mit den Kosten, die für SaaS- beziehungsweise ASP-Lösungen anfallen würde, ist letzteres meistens günstiger. Geht der Anbieter auch noch Service-Level-Agreements für die Verfügbarkeit seiner Systeme ein, bekommt man zudem höhere Qualität für weniger Geld - wenn man eine ganzheitliche TCO-Betrachtung anstellt.
Grund 3: Der geringe Einsatz von Open-Soure in der Web Analytics hat auch mit den Verantwortungsstrukturen der Unternehmen zu tun: Welche Marketing Abteilung ist schon in der Lage, ein IT-Projekt auf Open-Source-Basis für das Unternehmen zu stemmen? Die IT-Abteilungen wiederum haben differenzierte Standpunkte, wenn es um den Einsatz von Open-Source geht. Hier kommt die häufige Abneigung “IT versus Marketing” zum Tragen, denn das Marketing würde die IT wohl nie um den Aufbau eines Open-Souce-Projekts bitten. Stattdessen werden Standardlösungen angeschafft: Das geht schneller, man braucht keine IT-Abteilung und die Anschaffung ist am Ende billiger.
Unsere drei aufgeführten Gründe sind vor allem für mittlere bis hohe Reichweiten relevant. Kleinere Corporate Sites ohne strategischen Impact sind mit Systemen wie Piwik recht gut beraten. Eine informative Quelle zum Thema Open Souce Tools ist zum Beispiel “Open Web Analytics“.
Prinzipiell aber gilt: Man sollte die Kosten, die rund um den Einsatz eines Open-Source-Systems entstehen, im Auge behalten. Sonst zahlt man am Ende noch drauf. Lesenswert zum Thema Kosten in der Web Analytics im Allgemeinen ist ein Artikel von Judah Phillip im Blog WebAnalyticsDemystified: “It Takes a Village Or A City And More…“
Verfasst von Axel Amthor
am 23. November 2009 unter
Analytics
Ab sofort ist contentmetrics exklusiver Vermarkter von Vertster, einem Tool für A/B und multivariate Tests des US-Unternehmens U-Pro, in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zudem unterstützt contentmetrics die Anwender des Produkts im D/A/CH-Gebiet durch Consulting und Support-Dienstleistungen.
Wir sind sehr stolz auf die Zusammenarbeit mit U-Pro, denn Vertster ist eine extrem leistungsstarke SaaS-Lösung (Software As A Service, ASP), mit der Websites optimiert und die Marketingeffizienz erhöht werden kann. Daher stellen wir Vertster in diesem Blogbeitrag näher vor:
Vertster bietet standardmäßig folgende Testvarianten an:
- Baseline Testing
- URL Split-Testing
- A/B Split-Testing
- Multivariates Testing mit und ohne Taguchi Methodik
Vertster lässt sich ohne kompliziertes Programmieren leicht in Websites integrieren. Somit können Online-Marketing und Product-Management selbstständig - also unabhängig von IT-Ressourcen und Website-Deployments - Kampagnen steuern und beliebige Website-Inhalte und Rezepte austauschen.

Vertster ist mandantenfähig und eignet sich daher für Agenturen, die im Auftrag ihrer Kunden mehr Effizienz im Marketing erreichen wollen. Zudem können Agenturen das User Interface von Vertster ihrem Corporate Design anpassen.
Die Abrechnung erfolgt auf Basis der Testteilnehmer (Unique Visitors) - und nicht wie bei vergleichbaren Produkten nach Anzahl der ausgelieferten Rezeptseiten (Pageviews) und Werbemittel. Anwender, Betreiber und Marketiers können dadurch im voraus wesentlich genauer kalkulieren.
Für alle Interessenten, die Vertster kennenlernen möchten, bietet contentmetrics Leistungspakete für kurze Zeiträume und kleine Volumina in kalkulierbaren Modellen an. Erste Produktinformationen sind verfügbar über www.vertster.eu oder treten Sie direkt mit uns in Kontakt.
Übrigens: Der Name “Vertster” setzt sich zusammen aus den Begriffen “conVERT und teSTER“.
Heute stellen wir Ihnen 10 englischsprachige Blogs vor, die sich allesamt mit dem Thema Web Analytics beschäftigen und die wir empfehlen können.
Die Blogs, obwohl allesamt “Web Analytics Blogs”, sind trotzdem alles andere als Einheitsbrei und zeigen: Web Analytics ist ein weiteres Feld, als viele zunächst annehmen würden.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim stöbern und freuen uns, wenn Sie noch weitere Leseempfehlungen beisteuern können - schließlich entdecken auch wir immer wieder gerne Neues.
Zuletzt sei noch darauf hingewiesen, dass die Reihenfolge keinerlei Wertung darstellt.
10 internationale Analytics Top-Blogs:
Occam’s Razor
Googles Analytics Evangelist Avinash Kaushik bietet in seinem Blog sehr informative und hilfreiche Artikel rund um Web Analytics.
WebAnalyticsDemystified
Aktuelles und Hintergründiges finden Sie bei WebAnalyticsDemystified. Neben fachlichen Beiträgen gibt auch immer wieder aktuelle Brancheninfos.
Actionable Analytics
Johnny Longden, Analytics Director bei Syzygy London, bloggt über Web Analytics und Optimisiation. Dabei bleibt er aber nicht nur auf dem technischen Level sondern geht immer wieder darauf an, wie Unternehmen mit den gewonnenen Daten sinnvoll umgehen können.
Measuring Success
Auf dem Begleitblog zu seinem Buch “Advanced Web Metrics with Google Analytics” schreibt Brian Clifton über Web Metrics allgemein und vor allem über Google Analytics. Er ist Head of Web Analytics bei Google für Europa, Afrika und den mittleren Osten.
Google Analytics Blog
Das offizielle Blog von Google Analytics. Der Fokus liegt natürlich auf Googles eigenem Analysetool, dennoch findet sich viel Wissenswertes, besonders für Einsteiger.
Web Analytics World
Auf Web Analytics World finden Sie aktuelle News und viele Tipps zu unterschiedlichen Web Analytics Tools. Autor Manoj Jasra ist Senior Strategist beim kanadischen Telekommunikationsunternehmen Shaw Communications und dort neben Analytics auch für SEO und Social Media zuständig.
KDPaines’s PR Measurement Blog
Katie Pane ist eine der Top-Referenzen im Feld des Public Relations Controlling. Auf ihrem Blog befasst sie sich immer wieder mit den Möglichkeiten der Messung von Kommunikation und gibt viele hilfreiche Tipps, wie z.B. Social Media und Blogs von Unternehmen wirklich messbar gemacht werden können.
Web Analysts Info
Ein Blog des Schweder Lars Johannson, Gründer der Web Analytics Association in Schweden. Zu lesen gibt es viele Branchennews, Interviews und nützliche Tipps.
Rise to the Top
Das Corporate Blog der Analytics Experten von TechWyse. Dort finden sich gerade für Einsteiger in die Materie viele nützliche Tipps.
Search Engine Chocolate
Neben Analytics sind auch Search Engine Chocolate auch SEO und Social Media immer wieder im Fokus. Betrieben wird das Blog von der SEO- und Analytics-Expertin Joanna Butler.
Verfasst von Axel Amthor
am 23. Oktober 2009 unter
Analytics
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