Web 3.0 - eine große Herausforderung für uns Web Analysten
Vom Web 2.0 ist in den Fachmedien und Blogs immer weniger die Rede, viele nutzen inzwischen lieber den Begriff Social Media. Doch in den vergangenen Jahren ist auch immer wieder über das sogenannte Web 3.0 diskutiert worden, das als Synonym für die nächste Entwicklungsstufe zu sehen ist. Stellt sich für uns natürlich die Frage, wie sich das auf die Web Analytics auswirken wird. Nun machen zahlreiche kreative Unternehmen und Services - darunter Glue, Kloudshare, Calais, denodo oder Zemanta, um nur einige zu nennen - deutlich: Das Web 3.0 wird Realität.
Einige der Wegbereiter des Web 3.0. kritisieren die aktuelle “Silo-ization” der Unternehmensdaten in viele kleine, nicht verbundene Silos, die aufgrund ihrer starren Strukturen für das Web 3.0 nicht brauchbar sind. Unternehmen, die im Web 3.0 reüssieren wollen, müssen ihr Datenmanagement offen und flexibel gestalten, so die Forderung. Wir sind überzeugt: Web Analytics kann hierbei eine wichtige Hilfestellung leisten. Dazu muss Web Analytics jedoch eine zentrale, verantwortungsvolle Rolle in Unternehmen zugesprochen bekommen.
Mal ehrlich: Bis heute haben viele Unternehmen noch nicht einmal wirklich Social Media für sich entdeckt. Sind wir also für die nächste Stufe des Webs gewappnet? Bereits im Herbst 2007 mahnte Eric T. Peterson in seinem Blog WebAnalytics Demystified: “Web Analytics 2.0? I am more worried about Web Analytics 3.0!” Das WA-Know-how und die technischen Grundlagen reichen eigentlich völlig aus, aber es fehlen oftmals Erfahrungen den Unternehmen in der praktischen technischen und prozessualen Umsetzung . Derzeit nutzen nur wenige das Web 3.0 strategisch. Die meisten verzichten auf durchgängiges Social Media Monitoring und -Tracking. Noch sind auch die Volumina klein und Basistools wie Twitalyzer reichen völlig aus. Was fehlt sind “Leuchturmprojekte” im Bereich der durchgängigen Interaktion WA - CRM.
Die WA ist ein fester Bestandteil der unternehmensweiten maschinellen Daten-Integration. Wir setzen uns seit mehr als einem Jahr für eine vernünftige Integration von WA - CRM und Busineess Intelligence (BI) ein. Technisch ist das keine große Herausforderung, die Praxis zeigt allerdings, dass es an organisatorischen Hürden in der Regel scheitert. Meiner Ansicht nach sollten Softwareentwickler und Berater daher pragmatische Handlungskonzepte für die Integration zwischen den Plattformen WA, BI und CRM entwickeln.
Die Zielvorgaben für Marketing und CRM sollten künftig so kombiniert werden, dass die Abteilungen unternehmensweit besser zusammenarbeiten können. Dazu sollte Marketing- und CRM-Kompetenz im Web 2.0 und 3.0 generell in allen zuständigen Abteilungen aufgebaut werden. Die IT muss verstehen, dass Social Media für das Unternehmensmarketing wichtiger wird.
Die wichtigsten Messparameter für das Web 3.0 sind daher
- Brand Engagement: wie stark sind User an einer bestimmten Marke interessiert und wie sehr unterstützen sie diese im Web 3.0.
- Connectivity: wie stark sind Onliner untereinander in Gruppen, in Networks etc. vernetzt und wie hoch ist der Anteil von welchen Nutzertypen jeweils.
In den USA ist man sich bereits dieser Anforderung an das Datenmanagment bewusst. Auf der “Web 3.0 Conference” (19. bis 20. Mai in New York) diskutierten interessante Unternehmen wie Cerebra, Palantir Technologies und Alitora Systems auf dem Podium “Discovering Critical Business and Marketing Insights Through Analytics, Semantic Reasoning and Data Visualization”.
Wo bleibt eine ähnliche Diskussionsrunde in Europa?
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