Der Datenschutz hat die IP-Adresse entdeckt …

IP Adressen sind persönliche - und damit schützenswerte - Daten und dürfen nicht gespeichert oder erhoben werden.

Allenthalben werden die neuesten Urteile und Regelungen des Datenschutzes in Verbindung mit der IP Adresse als das große Problem für Web Analyse und Benutzungsstatistiken angesehen.

Um diesem Unsinn einmal technisch entgegenzuhalten: die IP Adresse eines Anwenders ist in der modernen Web Analyse als “volatiles Datum” völlig irrelevant. Begründung: moderne DSL oder ISDN Router sind default-mässig auf eine Idle Time von 5 bis 10 Minuten eingestellt. Heißt: nach 5 bis 10 Minuten Inaktivität wird die Verbindung unterbrochen und bei Bedarf neu “eingwählt”. In 90% der Fälle wird der Anwender bei der erneuten “Einwahl” seines DSL “Modems” eine neue IP Adresse aus dem Pool des Providers zugewiesen bekommen. Analysen zeigen, das pro Session (!) teilweise bis zu zehn IP Adressen pro Anwender vergeben werden. Das Erkennen und matchen von Benutzeraktivitäten über IP Adressen ist deshalb mit erheblichem Speicher- und Rechenaufwand verbunden, der vermieden wird, weil es viel einfachere Methoden der Zuordnung gibt. Eine Langfristbeobachtung von Anwendern über IP Adressen ist für einen Website Betreiber technisch völlig unmöglich.

Wenn nun also die IP Adresse als “persönliches Datum” nicht mehr gespeichert und ausgewertet werden darf - prima, die hat uns in der Vergangenheit sowiso nicht interessiert …

Oder, um das mal etwas schärfer zu formulieren: Sollen sich die Datenschützer doch mit IP Adressen von Anwendern gesetzgeberisch herumschlagen - dass hält sie dann von anderen dummen Ideen ab und verschafft Freiraum.


am 21. Dezember 2007 unter Analytics, Technik


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