Cookies revisited

Es gibt - glaubt man aktuellen Veröffentlichungen - die ultimative Lösung für das Cookie-Löscher-Problem

Benutzer löschen Cookies, weil ihnen permanent eingeredet wird, Cookies sind so was wie Viren und deshalb sind sie in jedem Falle in Grund und Boden zu verdammen und spurlos von der Festplatte zu entfernen, am besten mit der Drahtbürste ….

Und weil das so ist und die Protagonisten dieser Fehlinformation nicht müde werden diese überall und immer zu verbreiten, steigt die Zahl der Benutzer die Cookies löschen ins gigantische. Mithin: Web Analytics wird völlig unbrauchbar und wir müssen sofort eine neue Lösung haben. Siehe da: es gibt einen Silberstreif am Horizont: Flash Cookies. Flash Cookies sind die Lösung schlechthin: man kann sogar mehr Daten abspeichern wie nur ein paar Bytes usw. usw.

Zu den Fakten:

  • Cookies werden weit weniger häufig gelöscht, als das allgemein angenommen wird. Wie bereits mehrfach ausgeführt, liegt die Rate derjenigen, die persistente Cookies generell verbieten unter 8%. Segmentiert man z.B. nach IT- oder Marketinglastigen Websites (ct’ oder WuV z.B.) liegt die Quote bei rd. 20%.
  • “Flash Cookies” gibt es nicht. Sehr wohl erlauben neuere Versionen des Flash Plugins, das Server Daten lokal speichern. Derzeit liegt die Verbreitung dieser Versionen aber unterhalb der Cookie-Akzeptanz-Quote, mal davon abgesehen, das obige Diskussion den Flash-Player noch nicht erreicht hat. Man kann im übrigen dieses Speichern von Daten im Plugin sowohl zeitlich als auch Mengenmäßig beeinflussen - da stelle man sich mal vor, der Server möchte 4 KB ablegen, darf aber nur 500 Bytes. Hier gibt es also drei Hürden: a) Plugin installiert und aktiviert, b) Richtige Version, c) Datenspeichererlaubnis in entsprechender Größe. Mit Verlaub: Das soll dann am Ende genauere Daten liefern?
  • Die “sporadisch Löscher”: Benutzer, die Cookies temporär akzeptieren, diese aber sporadisch oder per Browsereinstellung nach der Session entfernen. Diese erzeugen statistisch betrachtet eine geringe “Störung” der Daten. Man kann die Quote relativ leicht aus den eigenen Daten ermitteln und hat somit eine Fehlerquote, die auf alle Daten anzuwenden ist, die auf der Metrik “Unique Visitor” basieren - mehr nicht. Aus unseren Erfahrungen heraus liegt diese Quote bei rd. 5% - mit den obigen Einschränkungen bez. Zielgruppe.

am 11. August 2007 unter Analytics


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